Zerbrochen

Von Grimma nach Hollywood und zurück. Am Ende hat Ulrich Mühe die DDR wieder eingeholt. Ein Nachruf

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Ein Geheimnis der großen Schauspieler ist ihre Präsenz. Drau­ßen auf der Straße können sie unauffällige Passanten sein, aber wenn sie ihren Beruf ausüben, auf der Bühne oder vor einer Kamera, verfügen sie über ein Leuchten. Sogar wenn sie stumm im Hintergrund stehen, saugen sie die Aufmerksamkeit an. So ein Schauspieler war Ulrich Mühe. Er war. Seine Präsenz wird nur noch in seinen Filmen erlebt werden können. Für die Gegenwart ist sie verloren.

Es ging ganz schnell.

Nach der Oscar-Verleihung im Februar für den Film «Das Leben der Anderen» musste sich Ulrich Mühe wieder am Magen operieren lassen, fühlte sich besser, aber schwach. Er sagte bereits verabredete Projekte ab – neue Folgen der Fernsehserie «Der letzte Zeuge», auch einen Film über den NS-Kriegsverbrecher Klaus Barbie. Auf weitere Angebote ging er nicht mehr ein. Mühes Rückzug, sein Verstummen führte zu Gerüchten, Fotografen belagerten sein Haus. Kurz vor seinem Tod sprach Ulrich Mühe zum ersten Mal öffentlich über seine Krankheit. «Ja, ich habe Krebs.» Er gab das Ende seiner beruflichen Karriere bekannt. Und starb.

Fast genau ein Jahr nach dem Tod seiner zweiten, lange von ihm geschiedenen Frau, der Schauspielerin Jenny ...

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Theater heute Oktober 2007
Rubrik: Akteure, Seite 26
von Regine Sylvester

Vergriffen
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