Die Macht der Bilder
<
Digital produzierte und verbreitete Bilder prägen wie kaum ein anderes Phänomen die Kultur unseres Zeitalters und bringen sie zugleich zum Ausdruck; ja, sie bedingen gar eine neue Form des Denkens, der Kommunikation und Konstruktion von Welt. Das war eine aufregende Erkenntnis der Medienphilosophie in den 1970er und 80er Jahren, die heutigen Kulturwissenschaftler:innen kaum noch ein wissendes Lächeln entlockt.
Dabei wird leicht übersehen: Das Internet, mit dem sich Jean Baudrillard, Villém Flusser, Friedrich Kittler und andere auseinandersetzten, war nicht nur technologisch ein anderes Phänomen als unser heutiges Medium. Stärker noch als die zugrundeliegenden Technologien haben sich in den vergangenen vierzig Jahren die Offline-Aspekte digitaler Kommunikation verändert; angefangen von den meta-politischen Strukturen der beteiligten Konzerne und Institutionen bis hin zum Verbreitungsgrad und den Handlungsvorgaben digitaler Endgeräte. Die Theoretiker der 1980er Jahre (in der Mehrzahl Männer), die teils glühende Utopien aus den demokratisierenden und egalitären Momenten digitaler Kommunikation entwickelten, würden angesichts der heutigen globalen Marktmacht von vier bis fünf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 156
von Alexander Leiffheidt
nature is not natural – and it can never be naturalized
timothy morton
Was wollen wir denn eigentlich von der Natur, die sich gerade wieder aufs Allerdeutlichste durch den Klimawandel zurückmeldet, ohne dass wir eigentlich irgendeine Idee davon haben, was diese Natur denn tatsächlich sein könnte? Also, wir haben natürlich viele Ideen von der Natur, spätestens seit...
«Über die Fiktion der Kunst lernen wir die Welt besser zu verstehen.»
Xenia Hausner
Die Zeit der durchweg geschlossenen Theater war auch eine der Suche nach neuen Bühnen und anderen Erlebnis-Räumen. Gefunden haben wir eine Erweiterung unserer ästhetischen und operativen Möglichkeiten. Hielten wir es in Vor-Pandemie-Zeiten noch für schwierig bis ausgeschlossen, zur...
Neulich lag ich im Bett mit zwei Chilenen, einer Brasilianerin, einer älteren Indonesierin, einem Pärchen aus Los Angeles und ein paar Russen. Wir hörten Madhusree zu, wie sie ein altes bengalisches Lied sang. Bei ihr in Kalkutta war es spät in der Nacht, und selbst bei Sunny, die mittlerweile in Talinn lebt, war durch das Fenster draußen schon die esthnische...
