Die leere Bühne, nur besser

Olaf Altmann schafft Bühnen, die es Schauspielern unmöglich machen, sich zu verstecken

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In meinem persönlichen Exemplar des Buches «100 Jahre Deutsches Theater» – eine aufmerksame Pressereferentin hatte es mir zu meinem Amtsantritt als Theaterredakteur bei der «Berliner Zeitung» geschenkt, inzwischen arbeite ich selber am DT –, in dieser seltenen Ausgabe also gibt es einen nicht unoriginellen Farbbildteil.

Rekonstruktion und Wiederaufbau des Deutschen Theaters im Jubiläumsjahr 1983 sind im Anhang dokumentiert, vom Baugerüst mit einer roten und einer DDR-Fahne über das Richtfest mit stolzen Rednern diversester VEBs bis zur glanzvollen Wiedereröffnung mit dem Ehepaar Honecker und seiner geduckt es umschwänzelnden Entourage. Zwei ganze Seiten sind den Stuckateuren und Malern gewidmet, wie sie in den Zuschauerräumen und Foyers pinseln, spachteln und Blattgold auftragen. Einer von ihnen war Olaf Altmann aus Karl-Marx-Stadt, damals keine zwanzig.

Olaf Altmann, der mit seinem um die Welt gereisten Bühnenbild zu «Emilia Galotti» und mit einer gewaltigen «Verweile doch»-Skulptur auf dem Vorplatz das Erscheinungsbild des Deutschen Theaters neu definierte, hat dieses Haus also «auf Montage» kennengelernt. Er hat zuerst hinauf an die rohe Decke geschaut, als Stuckateur, der er ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Bühnenbild, Seite 28
von Roland Koberg

Vergriffen
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