Die Kunst des Nicht-Beherrschens
Eine Sache nicht zu beherrschen ist der Anfang der Kunst. Und nicht nur der Anfang, sondern auch das Ende und Ziel, so sieht es jedenfalls das Nature Theater of Oklahoma, das die Sache des Theaters so gut es nur geht nicht beherrscht. Das Duo (und Paar) Kelly Copper und Pavol Liska ist seit rund fünfzehn Jahren unter dem Kafkas «Der Verschollene» entlehnten Namen mit einer mal stabileren, dann wieder wechselnden Gruppe von Performern unterwegs.
Die beiden leben zwar in New York, nutzen aber vor allem die von öffentlichen Geldern Europas geschaffenen Infrastrukturen, die ihnen die halbwegs kontinuierliche Arbeit, mal an Produktionshäusern, mal an Stadttheatern ermöglicht.
Eine deutschsprachige, aber europäische Koproduktion ist auch das soeben erschienene Buch über «Leben und Arbeit des Nature Theater of Oklahoma». Kein akademischer Band, wenngleich auch Akademiker*innen wie der Frankfurter Theaterwissenschaftler Nikolaus Müller-Schöll darin schreiben. Das Buch ist ein Zwischending, halb aus den Nähten geplatztes Programmheft, halb ausstellungsbegleitender Kunstkatalog. Finanziert haben ihn Theater und Produktionshäuser, von HAU bis Kampnagel, vom Kaaitheater in Brüssel bis zum ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 40
von Ekkehard Knörer
Aachen, Theater
8. nach Baum, Der Zauberer von Oz
R. Ute M. Engelhardt
Aalen, Theater der Stadt
7. Schmitt, Kleine Eheverbrechen
R. Tina Brüggemann
Altenburg Gera, THeater
1. nach den Gebrüdern Grimm, Schneewittchen und die sieben Zwerge
R. Manuel Kressin
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
1. Alfieri, Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
R. Karl Georg Kayser
Au...
Deutschland ist eine unbeschriebene Landkarte, ein weißer Fleck zwischen Nichts und Nichts, ganz nah bei Detmold. Und auf diesem leeren Podest aus hellem Holz, das sich schräg nach hinten verlängert, lässt Dusan David Parizek den deutschen Urmythos Hermannsschlacht in der Kleistschen Version aufspielen. Das Figurentableau schrumpft dabei auf ein Kammerspiel...
Eine Erbauungsliteratin war Sibylle Berg ja noch nie. Aber gemessen an ihrem jüngsten Roman «GRM» – Untertitel: «Brainfuck» – nehmen sich ihre illusionsfrei vor sich hin sarkastelnden Theaterfiguren der letzten Jahre geradezu philanthropisch aus.
«GRM» spielt in einem düsteren Großbritannien nach dem Brexit und ist auch ansonsten eine Art Gesellschaftsreport aus...
