Die Kunst der Unwahrscheinlichkeit oder das Nichtkönnen können

Carl Hegemann hat nicht nur über Hegel promoviert, sondern ist einer der praxis­erfahrensten Kenner des deutsch­sprachigen Theaterkunstbetriebs. Er war Dramaturg in Freiburg, Bochum und von 1992 bis 2006 an der Berliner Volksbühne (mit einer kurzen Unter­brechung am Berliner Ensemble), hat viele Produktionen mit u.a. Frank Castorf, Christoph Schlingensief, René Pollesch, Einar Schleef und Jürgen Kruse begleitet und wirkt derzeit als Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig.

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Innovation und Kreativität im Doppelpack wirken wie ein Dreamteam», abgesichert durch Bildung ermöglichen beide zusammen den Wandel. Das sagt Jörg Mehlhorn, der Vorsitzende der «Gesellschaft für Kreativität» zum für 2009 auf Initiative der Europäischen Kommission ausgerufenen «Year of Creativity and Innovation» am 4. Mai 2009 in der «Innovationsbeilage» der FAZ.

Von dieser Initiative wusste ich bisher nichts, und auch der Vorsitzende der Kreativitätsgesellschaft klagt in seinem Beitrag ein wenig darüber, dass den Verantwortlichen offenbar noch nichts Kreatives eingefallen ist, wie man dieses Jahr medial populär machen könnte.

Dabei sei es so wichtig, «weil die Probleme von morgen nicht mit den Methoden von gestern gelöst werden können und der Wandel uns immer weniger Zeit lässt». Die Zeit drängt, und deshalb sollten «in Zukunft Politik, Gesellschaft und Wirtschaft die Information transportieren, dass Wandel, sei er in der Wirtschaft, in der Technik, in der Gesellschaft oder in der Kunst, nicht allein der Innovation, sondern gleichwertig auch der Kreativität bedarf». Diese Information habe ich nun an die Leser von «Theater heute» weitertransportiert. Ich hoffe, das ist okay.

Schließli ...

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Theater heute Juni 2009
Rubrik: Was heisst hier Kunst, Seite 6
von Carl Hegemann

Vergriffen
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