Die Kunst der Bescheidenheit
Eine gehörige Portion Frechheit gehöre schon dazu, räumt Tristan Vogt ein und ordnet auf dem wackligen Campingtisch die Welt neu. Es ist Kafkas Welt in diesem Fall, aber das sieht man der Szenerie eigentlich gar nicht an. Klischees haben auf der Resopalplatte sowieso keinen Platz. Das Schloss, um das es hier gehen soll, muss man sich auch denken; das Dorf besteht nur aus ein paar Holzstücken und Pappkartons, die schon mal zu Betten und Dachkammern umfunktioniert werden können; zehn Flachmänner können gut eine Theke sein; von Schnee und Düsternis und Geheimnis keine Spur.
Und die Personen stehen die meiste Zeit nur stocksteif herum.
Gerade hat allerdings der Landvermesser K. ziemlich wütend den Tisch verlassen (Vogt packte ihn in seiner ganzen Größe von etwa 20 Zentimetern und drehte sich mit ihm in der Faust energisch ins Abseits). Die Wirtin, unter deren enormem Vorbau das Kerlchen K. immer so verschüchtert verschwindet, bleibt wie angewurzelt zurück; an der Tischkante aber lauern die Gehilfen, zwei grob geschnitzte Holzklötze: Vogt hat das unzertrennliche Pärchen so zusammengesteckt, dass es sich gegenseitig durch die Beine gucken kann, auf dass ihm nichts entgehe.
Eine ...
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