Die Kulturolympiade
In der «Zeit» hat sich der Autor F.K. Mafhys einmal grundlegende Gedanken darüber gemacht, ob der Sport in Shakespeares Leben und Stücken eine besondere Rolle spielt.
Sieht man davon ab, dass für den Dichter auch schon Bärenfang oder die Jagd von Fischen, Hasen und Fasanen zum leibesertüchtigenden Zeitvertreib zählten, so finden sich in den Dramen doch tatsächlich auch eindeutige Hinweise auf sportliche Betätigungen, die man heute noch im Rahmen strenger Wettbewerbsregeln gelten lassen würde: Das «ganze buntschillernde Bild des englischen Renaissancesportes» zeige der Dichter: «Mit dem Rapier scheint Shakespeare sehr vertraut gewesen zu sein (…) Jedenfalls kannte er alle Paraden, wie dies aus seinen vielen Erwähnungen der Fechtkunst hervorgeht (...) Das damals zu hoher Berühmtheit gelangte Bogenschießen diente ihm zu vielen sprichwörtlichen Vergleichen und Redewendungen. Ringen, Laufen (...), auch das Turnieren hoch zu Pferd sowie das Reiten, etliche Ballspiele und der Tanz sind die wichtigsten Leibesübungen in old England gewesen und wurden von Shakespeare immer wieder in Dramen und Komödien genannt. Zur Sportbetätigung Shakespeares dürfte auch das Schwimmen gehört haben, gleichfalls das damals übliche Field Tennis, wogegen er über Volksfußball verschiedentlich in abschätzigem Tone sprach wie etwa in ‹König Lear› und der ‹Komödie der Irrungen›: ‹Bin ich so rund mit Euch, als Ihr mit mir, dass Ihr mich wie ein Fußball schlagt und stoßt?›» ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Magazin: Olympia, Seite 63
von Bernd Noack
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