Die Not am Ein- und Ausgang
Nach Europa, heißt es für die einen, in dessen besseren, reichen Teil für die anderen. Flucht, Migration, Asyl und legale Einwanderung sind Begriffe, mit denen Politik gemacht wird. Insbesondere seit die EU-Regel gilt, dass der Staat, der zuerst betreten wird, sich um den Notzugang von außen zu kümmern hat. Griechenland, Italien und Spanien sind damit nicht nur mehr gefordert, sondern zunehmend auch überfordert. Doch auf den Mittelmeerraum lässt sich das Problem nicht begrenzen.
In der Steiermark gibt es bei 1,3 Mio. Einwohnern gerade einmal 2.
400 Asylbewerber aus Staaten, in denen Menschen verfolgt werden. Die Arbeitsmigration innerhalb der EU zu regeln, dürfte indes die größere Aufgabe sein. In Deutschland, wo die Anerkennungsquote für Asylbewerber bei 2 Prozent liegt, hält die Politik auch die unlängst noch als unkalkulierbar geltende Arbeitsmigration inzwischen für ein beruhigtes Feld. Das Problem liegt vielmehr darin, dass alle diese Phänomene in der öffentlichen Wahrnehmung miteinander vermischt und schnell auf den dramatischsten Punkt gebracht werden: die Fluchtwelle aus Afrika und kriminelle Milieus um legale Einwanderung, die dann selbstverständlich Zwangsprostitution ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Thomas Irmer
Alle drei Abschnitte des neuen Stücks von Philipp Löhle (Jahrgang 1978) heißen «Kr(e)ise». Also Krise und Kreise. In elliptischen Bewegungen zirkulieren die vier Angehörigen einer Familienbande umeinander, wie Satelliten um ihre Planeten, allerdings in wechselnden Konstellationen. Und auch wenn keine Sonne scheint.
Das «Außerkraftsetzen der Endkrise durch die...
In Nürnberg gibt es einen Mann, der ununterbrochen nackt im Kreis läuft; ungefähr eine Stunde lang. Kein Feierabend-Jogger oder Wellness-Athlet, dagegen sprechen schon die wenig fußfreundlichen Militärstiefel, sein einziges Kleidungsstück. Er sieht auch nicht aus, als ob er sich um seine Gesundheit sorgt, und vom Laufen hat er keine Ahnung. Das Tempo entweder zu...
Bis dato hatte die Generalstochter Hedda Gabler relativ ruhig zugehört, als ihr Mann von temporären Entbehrungen sprach. Aber dass sie allen Ernstes auf ihre Pilates-Stunden verzichten soll, nimmt sie ihm jetzt wirklich übel. Unter diesen Umständen, teilt Hedda dem mediokren Kulturhistoriker mit, der auf den letzten Metern an einer sicher geglaubten Professur zu...
