Bonn
Alle drei Abschnitte des neuen Stücks von Philipp Löhle (Jahrgang 1978) heißen «Kr(e)ise». Also Krise und Kreise. In elliptischen Bewegungen zirkulieren die vier Angehörigen einer Familienbande umeinander, wie Satelliten um ihre Planeten, allerdings in wechselnden Konstellationen. Und auch wenn keine Sonne scheint.
Das «Außerkraftsetzen der Endkrise durch die permanente Krise», meint Peter Sloterdijk, sei das Beste, was wir erreichen können. Der Vater hat trotzig seinen Job gekündigt, weil er sich von seinen Kompagnons übergangen fühlte.
Jetzt kann die vierköpfige Familie, sehr zum Leidwesen von Tochter und Sohn, nicht mehr in die Ferien fahren. Wir befinden uns noch lange vor der Jahrtausendwende, in den Jahren, als das Internet erfunden wurde. Die elterliche Ehe zerbricht. Der empfindsame Sohn fängt an, im Keller eigene Gedichte zu intonieren; als der Vater ihn einmal dabei überrascht, tut er so, als onaniere er. Das findet er weniger kompromittierend.
Das Kompromittierende ist der Grundbass, der Löhles Text unterlegt ist. Der arbeitslose Vater wird auf dem Parkplatz eines Warenhauses, wo er den Tag vertrödelt, von einem Bekannten erwischt. Ein anderes Mal treffen Vater und ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Martin Krumbholz
Es ist für uns unglaublich schwierig, diese Stelle kompetent zu besetzen.» Ist hier die Rede von einer Hauptdarstellerin oder einem neuen Chefdramaturgen? Nein: Tobias Veit, der künstlerische Produktionsleiter der Berliner Schaubühne, stöhnt über die nicht enden wollende Suche nach einer neuen Souffleuse.
Wie schwer kann es schon sein, mit dem Textbuch in der Hand...
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Das Thalia Theater hatte mich gebeten, für Helmut Schmidt ein Stück zu spielen. Ganz privat, in seinem Haus in Langenhorn. «Welches Stück? In was für einem Raum?», fragte ich. «Eines von deinen Solo-Programmen. In seinem Wohnzimmer. Dreißig Minuten Zeit für die Einrichtung.» Gut, dachte ich, dann machen wir «Amerika» von Kafka.
Das Vorhaben schien unwirklich, doch...
