Die jungen Wilden, die Alten und die Erinnerung

Lars-Ole Walburg kam 1998 mit Stefan Bachmann als Dramaturg ans Theater Basel, wurde zum Regisseur und hat die letzten drei Jahre das Schauspiel auch geleitet. Szenen einer Ära

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Schon wieder ein Buch, das töten kann. Es ist 735 Seiten dick (siebenhundertfünfunddreißig). Es heißt «Neunzehn­sechsundneunzig bis Zweitausendundsechs», schlichtes Schwarz auf schlichtem Weiß. Todesanzeige. Nahkampf­tauglich für Freunde des Hammerwerfens. Es umfasst die zehn Jahre, die Intendant Michael Schindhelm auch im Theater Basel weilte. Oper, Tanz, Schauspiel. Für letzteres zählen acht Spielzeiten. In der Oper wurde der Aufbruch abgebrochen, als Albrecht Puhlmann ging. Im Tanz, als Joachim Schlömer die Stadt verließ.

Im Schauspiel ist erst jetzt Zeit für eine Rückschau, die für den Schauspielkritiker auch etwas Nabelschau bedeutet.
Die Rückschau hätte ein Nachruf werden sollen. Voller Wehmut auf eine Zeit, die der Deutschschweiz viel Beachtung schenkte. Weil Stefan Bachmann 1998 mit 32 Jahren das Basler Schauspiel wieder auf die Karte setzte. Weil Barbara Mundel ein Jahr später Luzern überhaupt in Erinnerung rief. Weil Christoph Marthaler und Stefanie Carp in Zürich ab 2000 das Schauspielhaus in eine neue Zeit führten. Weil man als kleiner Kritiker viel Futter auf kleinem Raum fand und in den Zeitungen Platz. Und weil jetzt in Basel die letzten dieser Zeit gehen: Lars-Ole ...

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Theater heute Juli 2006
Rubrik: Bilanz Basel, Seite 32
von Tobi Müller

Vergriffen
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