Die guten alten Dinge

Der Bildband «Thomas Bernhard. Hab & Gut» ist ein trügerischer Augenschmaus

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Ein dicker, eiserner Haken in einer uralten Holzwand. Eine Handbreit daneben, gerahmt, ein altersfleckiger Stich: Trotzkopf Napoleon mit verschränkten Armen. Oder: Blick in einen alten Kleiderschrank, Biedermeier vermutlich, sorgsam ausgekleidet mit schwarz-weißem Schrankpapier. An den Innenseiten der Türen hängen, farblich sortiert, prächtige Seiden-Kravatten, auf dem Boden stehen wuchtige Lederstiefel; die passende Pflege dazu in silbernen Dosen im obersten Fach.

Dazwischen Filz- und Lodenjacken mit Hirschhornknöpfen, Stapel grüner und blauer Hemden, Ledergürtel und zwei Fächer voller Hochprozentigem: Portweine, Zwetschgenschnaps und jede Menge Cinzano. Man kann den herben Duft von Leder, Holz und einer Spur Alkohol förmlich riechen. 

Wer sich durch die schönen Foto-Essays in Thomas Bernhards «Hab & Gut» blättert, glaubt, sich in einem Manufactum-Katalog verlaufen zu haben: lauter gute, alte Dinge, die suggerieren, die Welt sei noch in Ordnung! Wo bitte, stehen die Preise zu diesen stets wohlplatzierten Filzpantoffeln, Küchentüchern und Jagdmessern? Herausgeber André Heller ist nicht der erste, den Bernhards «sorgfältig inszenierter Privatkosmos voll der Täuschungen, ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 45
von Eva Behrendt

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