Die groben Unterschiede
Aus allen Ecken des kleinen, dunklen, nackten Raumes wabert Nebel, während die Waschfrau Wolff in dunklem Rock und großmütterlichem Kopftuch fachgerecht ein Reh ausnimmt. Doch bald ist das Holz alle, obwohl nur wenige Minuten vorher Rentier Krüger seine Ladung mit ordentlichem Rumpeln vor die Tür gekippt bekommen hat.
Auf der Bühne sind es nur zwei Meter zum Holzstapel, doch Regisseur Armin Petras, aktuell Hausautor und ab nächster Spielzeit Teil des Schauspieldirektoriums in Cottbus, schickt die Familie mit ihrem Wägelchen, das die Wolff durchaus in die Nähe zur Mutter Courage rückt, in bühnengroßen schwarz-weißen Filmszenen (Video: Rafael Ossami Saidy) durch Feld und Spreewald.
Petras hat sich zusammen mit Alexander Wolf (Bühne) und Cinzia Fossati (Kostüme) für eine Mischung aus Bühnenabstraktion und Naturalismus entschieden und zugleich die Hauptmannsche Räuberpistole vom gestohlenen Biberpelz zeitgemäß übersetzt. Die schwarze Drehbühne mit angeschrägtem Podest beherbergt fünf angedeutete Räume, denen mit minimalem Requisiteneinsatz die Funktion zugewiesen wird: Baumstümpfe, Ofen, Tisch, Stechkahn. Die historischen Kostüme modernisieren sich in der zweiten Hälfte teilweise. ...
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Theater heute März 2022
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Torben Ibs
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