Die Gesetze im Netz
Warum wird im Theaterbetrieb so dringlich über Digitalität gesprochen, als hinge die Zukunft der Kunst davon ab? Aber kaum in Clubs und Konzertlokalen, obwohl die im Gegensatz zu den Theatern tatsächlich sterben? Die einfache Antwort ist: Weil man kann. Weil dafür Geld da ist. Etwas längere Antworten gibt es im Band «Netztheater» von berufener Stelle, denn der herausgebende Stall aus Böll-Stiftung und nachtkritik.de veranstaltet seit 2013 auch die Konferenz «Theater und Netz».
Dort wird die Zukunft, die im Lockdown plötzliche Gegenwart wurde, schon eine Weile besprochen. Die Grafik erinnert allerdings eher an ein Betriebssystem aus den neunziger Jahren, aber vielleicht ist das bereits eine Maßnahme, die Digital Natives bei der Nostalgie nach ihrer Grundschule zu packen.
Ein Band zum Netztheater kommt dennoch richtig nach einem Jahr, in dem die Videoabteilungen der Theater so rasch an Wert gewonnen haben. Als die Häuser nach dem Sommer unter strengen Maßnahmen wieder öffnen konnten, war die Auswahl an netztheatralen Produktionen dann nicht mehr so groß. Im Vorwort schlagen die Herausgeber*innen deshalb einen appellativen Ton an, um sich ihren Gegenstand nicht von der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Tobi Müller
Breitbeinig steht er da, der schmalbrüstige Jüngling Woyzeck, dünn und blass und rätselhaft. Winzige Gebärden, etwa ein leicht zur Seite geneigter Kopf, zeugen von seinem Weltverlust. Steifhalsig lehnt er sich schräg nach hinten, wenn jemand zu ihm spricht. Sylvana Krappatsch kann beides glaubwürdig spielen: gestandene Frauen und junge Männer, ja sogar Kinder. In...
Ich habe es nie verstanden, als sie einmal zu mir sagte, sie wolle nie wieder das Land betreten, in dem sie geboren wurde. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf. Ich wusste nicht, ob es schlicht eine Flucht war, ob es ums Überleben ging, oder ob es nur der Versuch war, einen Schlussstrich zu ziehen. Oder machte es am Ende doch Sinn, nie wieder nach Hause...
Franz Wille Gestern war die Generalprobe, heute sollte Premiere sein, wann die erste öffentliche Vorstellung von «Come as you are» stattfinden wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Hat sich Fritz Kater auch den Durchlauf angesehen, und wenn ja, was hält er von der Inszenierung?
Armin Petras Fritz Kater war gestern nicht in der Probe. Er interessiert sich nicht...
