Die ganz normale Brüchigkeit der Welt

Was ist die Welt? Was heißt normal? Was bedeutet kritisches Theater? Antworten auf große Fragen von Karin Henkel, Signa, Katie Mitchell, Frank Castorf, Yael Ronen, Wolfram Höll, She She Pop und Alain Platel

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Gehören Sie vielleicht auch zu jenen Zeitgenossen, die ihr Allerwelts-Ich für eine grandiose, singuläre, unverwechselbare Angelegenheit halten? Denken Sie auch, dass Sie mit Ihrer Kleinfamilie, Patchworkbeziehung oder Singledasein und den üblichen Alltagsproblemen ganz uneinholbar einmalig in der Welt stehen? Dass sich jeder für Ihre mickrige Meinung interessieren sollte, was Sie über dieses oder jenes denken? Leiden Sie auch an diesem abendländischen Individualitäts-Größenwahn? Dieser reichlich selbstbesoffene Geisteszustand ist zwar – so viel zu Ihrer Entschuldigung – in alteuro

päischen Gegenden ziemlich verbreitet. Es handelt sich um eine Annahme, an der die örtliche Alltagsnormalität aufruht, und die man hierzulande beinahe für die Natur des Menschen hält. Aber was heißt das schon?

Karin Henkel zeigt, dass es auch anders geht. Wenn sich zum Beispiel nicht wie bei Kleist überschaubare zwei Sosiasse und Amphitryone ihre sogenannte Identität streitig machen, sondern gleich vier oder fünf. Oder wenn dann drei von ihnen über den vierten herfallen oder sich gegenseitig in den Satz fallen, der ja dann auch keinem einen mehr gehört. Selbst althergebrachte Überzeugungen nützen da nicht ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Inszenierungen des Jahres, Seite 124
von Franz Wille

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«Othello» – Regie Peter Zadek, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1976
«Gänge» – Choreografie William Forsythe, Frankfurt 1983
«La tragédie de Carmen» – Regie Peter Brook, Théâtre des Bouffes du Nord 1983
«Die Macht der theaterlichen Torheiten» – Regie Jan Fabre, Troubleyn Theater Amsterdam 1984
«Küsse Bisse...