Die Farbe Braun

Lothar Kittstein «Der weiße Wolf»

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Zur Zeit werden mehrere Theateraufführungen über die Opfer und Taten der faschistischen Gewaltzelle vorbereitet, die sich selbst den Namen «NSU» (Nationalsozialistischer Untergrund) gegeben hat. Münchens Residenztheater und Karlsruhe arbeiten dran, Frankfurt hat mit «Der weiße Wolf» den Anfang gemacht. Während sonst Projekte geplant sind, die sich dem Thema recherchierend nähern, hat Lothar Kittstein ein Drama geschrieben, in dem eine Frau und zwei Männer im ostdeutschen Untergrund leben und so sprechen, als wären sie Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

Kittstein nähert sich seinem Trio ganz direkt mit psychologischer Einfühlung in siebzehn Szenen. Zschäpe heißt hier Janine, sie bekommt ein – wirkliches oder eingebildetes, jedenfalls zum deutschen Heiland hochstilisiertes – Kind: «Wem gehört deine Fotze?» –«Dir.» – «Nein, dem deutschen Volk!» Zusammen mit Uwe 1, der hier Gräck heißt und als Türsteher einer geregelten Tätigkeit nachgeht, versucht sie in einer windigen Bude ein Familienleben. Uwe 2, der nach längerer Zeit bei den beiden vorbei schaut und hier Tosch heißt, ist der streunende Hund und harte Ideologe, der den Idylleversuch durcheinanderbringt.

Jeder hat in dem ...

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Theater heute März 2014
Rubrik: Chronik: Frankfurt Schauspiel, Seite 57
von Peter Michalzik

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