Das Schicksal der Hochmoderne

Karin Beiers vielstündige Nacheröffnung des Hamburger Schauspielhauses mit dem Mythen-Marathon «Die Rasenden» – und ein «Sturm» über Lampedusa

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Am Ende sind die Experten auch nicht schlauer: «Ganz allgemein – es bleibt einfach schwierig», meint einer der drei Herren im Rollkragenpulli, der sich hocheloquent, aber meinungsarm an seiner Tafel abmüht und das Problem mit Schrödingers Katze vergleicht. Ob die gerade schon tot sei, wisse man als Beobachter auch nie. Die andere Fachkraft stottert ein bisschen um Determinismus und Willensfreiheit herum – nichts Genaues weiß man auch hier nicht –, und der Dritte hadert mit der String-Theorie, ebenfalls nur so eine Hypothese. Die Frage, die eigentlich gestellt war, kam von Orest.

Der jüngste Atridenspross wollte ziemlich dringlich wissen, ob er schuldig sei, nachdem er aus Rache für den Vater Mutter Klytaimnestra mit dem Beil erschlagen hat. Karin Beiers Antiken-Großinszenierung zur Eröffnung des Hamburger Schauspielhauses erklärt sich nach fast sieben Stunden Mythen-Theater demonstrativ ratlos. Dabei hätte jeder Hamburger Amtsrichter den Fall locker klären können. Aber dazu später.

Die neue Intendantin am (nach Plätzen) größten deutschen Theater von Rang hat sich mit einem antiken Marathon-Projekt vorgestellt, das einen sehr eigenen Weg durch die blutigen Rache-Landschaften der ...

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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 4
von Franz Wille

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