Die Erfindung der alten Leier

Elfriede Jelinek «Schnee Weiss»

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Auf dem Internationalen Flughafen in Kuala Lumpur: Als der Halbbruder des nordkoreanischen Präsidenten auf einem der Terminals einchecken will, nähern sich von hinten zwei Frauen und umarmen ihn. Auf den Überwachungsvideos sieht das alles spielerisch, freundlich aus, als führten sie einen kleinen Tanz auf. Wenig später bricht der Mann tot zusammen. Der Vorfall könnte der verheißungsvolle Beginn einer Geschichte sein. Jelinek indessen beschließt ihre Geschich­te nach fast hundert Seiten auf verblüffende Weise – mit eben diesem Auftritt moderner Mänaden.

Das von ihr gewählte Ende täuscht allerdings – es ist ein Ende, das keines ist. Wie sollte es auch bei einem Text von Elfriede Jelinek anders sein. Es ist ein Cliffhanger. Diese Videobilder, die um die Welt gingen, sind der Auftakt für eine nächste Geschichte. Fortsetzung folgt!

Zuvor aber jagt sie uns durch Schnee, Eis, Gebirge, erlegt die heilige Kuh und zielt ins finstere Herz unserer Zeit. Als im vergangenen Jahr die ehemalige Skiläuferin und österreichische Abfahrtsmeisterin Nicola Werdenigg Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe während der 1970er und 80er Jahre in österreichischen Ski­internaten, in Trainingslagern und auf ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 168
von Beate Heine

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