Die drei Fragezeichen
Warum geht zur Zeit alles den Bach runter? Statt sich lange am Kopf zu kratzen, sollten die Analysten vielleicht einfach mal Jonathan zuhören. «Da wo ich lebe, ist die Auswahl so groß, dass das Wollen nur noch eine Fiktion ist, an der man sich entlang hangelt», jammert er in Meike Haucks Stück «Mad in America». Und dass das Land mittlerweile so liberal ist, «dass man ja immer gegen offene Türen rennt oder schon gar nicht mehr das Bedürfnis hat zu rennen. Weil anscheinend ja alle Türen offen sind.
» Wer wundert sich da noch über Konsumverweigerung und Reformstau?
Mit dieser Lethargie-Apologie rennt Meike Hauck beim Typus der von ihr beschrieben 20- bis-30-Jährigen wohl auch offene Türen ein. Wobei sie die «Wir kommen, um uns zu beschweren»-Haltung so penetrant zeichnet, dass man sie glatt verdächtigen könnte, ein paar morgens um drei in der WG-Küche geführte Diskussionen zum Generations-Essay zu verpacken. Dem steht entgegen, dass manche Passage gerade um jenen feinen Hauch zu selbstmitleidig gestaltet ist, der diesem Spiegel satirischen Schliff gibt. Wie das Bewusstsein um die komplexen globalen Zusammenhänge jegliches Handeln erschwert, das ist jedenfalls so sehr Thema des Stücks, ...
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Mit dem Gerät zerkleinert der Jäger und Sammler zumeist Hühnchen. Der Kiefer ist schwach, das Handwerkzeug aber willig. Nun ist es allerdings nicht so, dass der Held in Fausto Paradivinos Erstling aus dem Jahr 1997 Kannibalisches im Sinn hat, wenn er gleich zu Beginn sagt, er werde die Leiche wohl mit einer Geflügelschere zerkleinern, dann eine Hälfte einfrieren...
Der Regisseur Michael Simon hat sich einen Namen gemacht als Maître de Plaisir des Theaters. Er begnügt sich nicht mit den herkömmlichen Guckkastenkonventionen – das werte Publikum soll schon etwas mehr Anteil nehmen am Geschehen, auch physischen; gern wird es auf die Bühne gebeten, um den Schweiß der Schauspieler zu riechen und hautnah strömen zu sehen, es soll...
Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert...
