Die drei Fragezeichen

Ratlosigkeit revisited: Meike Haucks «Mad in America» wurde in Mainz uraufgeführt

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Warum geht zur Zeit alles den Bach runter? Statt sich lange am Kopf zu kratzen, sollten die Analysten vielleicht einfach mal Jonathan zuhören. «Da wo ich lebe, ist die Auswahl so groß, dass das Wollen nur noch eine Fiktion ist, an der man sich entlang hangelt», jammert er in Meike Haucks Stück «Mad in America». Und dass das Land mittlerweile so liberal ist, «dass man ja immer gegen offene Türen rennt oder schon gar nicht mehr das Bedürfnis hat zu rennen. Weil anscheinend ja alle Türen offen sind.

» Wer wundert sich da noch über Konsumverweigerung und Reformstau?

Mit dieser Lethargie-Apologie rennt Meike Hauck beim Typus der von ihr beschrieben 20- bis-30-Jährigen wohl auch offene Türen ein. Wobei sie die «Wir kommen, um uns zu beschweren»-Haltung so penetrant zeichnet, dass man sie glatt verdächtigen könnte, ein paar morgens um drei in der WG-Küche geführte Diskussionen zum Generations-Essay zu verpacken. Dem steht entgegen, dass manche Passage gerade um jenen feinen Hauch zu selbstmitleidig gestaltet ist, der diesem Spiegel satirischen Schliff gibt. Wie das Bewusstsein um die komplexen globalen Zusammenhänge jegliches Handeln erschwert, das ist jedenfalls so sehr Thema des Stücks, ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Neue Stücke, Seite 48
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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