«Die Bilder an meiner Wand»
Motivzeichnung zu «Mosch», mein erster Film (WDR 1980)
«Blick wie in einen Käfig; der kahle Hinterhof der Seifenpulverfabrik meines Großvaters in Wuppertal. Meine Mutter hatte als Kind manchmal ein Anemonensträußchen auf den Mauervorsprung gestellt. Es ist kein Ausgang zu sehen.Womit sollte ich mich als entlassener Kriegsgefangener ohne Schulabschluss in der Zeit des Wirtschaftswunders identifizieren? Ich versuchte für eine kurze Zeit, die Firma weiterzuführen.
Aber da war Herr Mosch, der alte Buchhalter meines Großvaters! Ich bin jetzt der Geschäftsführer, Herr Mosch, rief ich etwas zu forsch. – Das sagen Sie so, junger Mann! Er hob kopfschüttelnd den Papierschnipsel vom Boden auf, den ich fallen gelassen hatte. Nach dem Tod seiner Frau hatte Mosch sein Bett ins Chefbüro gestellt und hauste dort. An der Wand war noch, ganz von Staub bedeckt, das Hitlerbild hängengeblieben. Die alte schwere Bleistiftspitzmaschine stand noch auf dem Schreibtisch. Ich wurde als Kind gescholten, weil ich 20 neue Bleistifte zu Stummeln heruntergespitzt hatte. Verschwendung!
Alle vorsichtigen Neuerungen, die ich in der Firma vorhatte, wusste Herr Mosch zu hintertreiben. – Das sagen Sie so, junger ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Akteure, Seite 30
von
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