Die Arche Mörchen
Und nun zum Wetter: Das Stück spielt im «heißesten, trockensten und schließlich regenreichsten April seit Beginn der Wetterbeobachtung». Der meteorologische Hinweis ist wichtig: Mörchen, der Held des Dramas, hat ein hochwassersicheres Haus konstruiert. Um die Welt von seiner Erfindung zu überzeugen, fehlt jetzt nur noch eine Flutkatastrophe – doch die lässt auf sich warten. «Ich brauche keine Hilfe», sagt Mörchen. «Ich brauche Hochwasser.
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«Die Kaperer oder Reiß nieder das Haus und erbaue ein Schiff» ist das Ergebnis eines Werkauftrags, den Philipp Löhle im Vorjahr beim Stückemarkt des Theatertreffens gewonnen hat. Wie in «Genannt Gospodin» (Stückabdruck und Autorenporträt in TH 1/08) steht auch im neuen Löhle-Drama ein Mann im Mittelpunkt, der eine Vision hat und an dieser ohne Rücksicht auf Verluste festhält – ein «Nerd», wenn man so will. Aber Löhle hat ein Herz für Spinner. Tragikomödien nennt der 1978 geborene Autor seine Dramen; man kann ruhig Komödien zu ihnen sagen. Dass es sich eigentlich um Tragödien handelt, liegt in der Natur der Sache. Das bedeutet aber auch, dass man sie entsprechend ernst nehmen muss, damit sie ihre Komik entfalten. Regisseurin Jette Steckel macht ...
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Im Programmheft ein Motto des Shakespeare-Experten Stephen Greenblatt: «Die Welt der Renaissance war eine Welt der Konventionen, die lediglich überdeckten, dass unter den Schichten der theatralischen Gebärden, konventionellen Reden und prächtigen Kleidung absolut Nichts verborgen lag.» Das Nichts, großgeschrieben, mutet existenziell an: Wie brüchig sind diese...
Dass Renate Schmidt «völlig aus dem Häuschen» war, als sie Therese Giehse zum ersten Mal Mitte der sechziger Jahre sah, hatte zunächst keine schlimmeren Folgen. Dass die Giehse dann, als ihr der Regisseur Hans Hinrich Fräulein Schmidt als sein «bestes Pferd in Gelsenkirchen» vorstellte, mit dem Satz reagierte: «Na, dann mach mal», verstand das allerdings die...
Ein imposantes Empfangskommando hat Thomas Ostermeier für seinen Britplay-Doppelabend «Die Stadt/Der Schnitt» zusammengetrommelt. Zuerst schleust er sein Publikum im Gänsemarsch durch schwarze Gänge, die an die Sicherheitsabsperrungen am Flughafen erinnern. Dann stellt er es zwischen vier Screens des hochdotierten Videokünstlers Julian Rosefeldt, auf denen einsame...
