Die 360°-Kamera sieht alles
«Über die Fiktion der Kunst lernen wir die Welt besser zu verstehen.»
Xenia Hausner
Die Zeit der durchweg geschlossenen Theater war auch eine der Suche nach neuen Bühnen und anderen Erlebnis-Räumen. Gefunden haben wir eine Erweiterung unserer ästhetischen und operativen Möglichkeiten.
Hielten wir es in Vor-Pandemie-Zeiten noch für schwierig bis ausgeschlossen, zur Programmierung von Festivals Videoaufzeichnungen von Inszenierungen zur Sichtung zuzulassen, wird das vermutlich in Zukunft selbstverständlich werden, zumal die Qualität der gestreamten Inszenierungen im vergangenen Jahr enorm gestiegen ist. Reisen kostet Zeit, Geld und muss auch auf seine Nachhaltigkeit befragt werden. Heute müssen internationale Podien nicht zwangsläufig bereist werden, und ganz nebenbei ist es einfacher geworden, sie prominent zu besetzen; hochkarätige Fachleute nehmen sich gerne eine Stunde Zeit für kurzweilige Webinare, Workshops oder Vorträge und erweitern die aktuellen Diskurse. Die Veranstaltungen sind überdies nicht mehr an ein lokales Publikum gebunden, denn je nach Interessensgebiet kann sich jede:r von überall dazuschalten, zusehen und mitdiskutieren.
Neben eigens entwickelten Live-Streams ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Streaming, Seite 84
von Iris Laufenberg
Uraufführungen
A
Nora Abdel-Maksoud
Cortison (Maxim Gorki Theater Berlin)
Jeeps (Münchner Kammerspiele)
Frank Abt und Natalie Driemeyer
Good. Better. Greta. (Hans Otto Theater Potsdam)
Cihan Acar
Hawaii (Theater Heilbronn)
Emre Akal
Hotel Pink Lulu – Die Ersatzwelt (Schauspiel Leipzig)
Adriana Altaras
Doitscha (Theater Bremerhaven)
Thomas Arzt
Taumel und Tumult...
Woran krankt die Welt, an was mangelt es ihr? Wie ist sie zu stillen, die Sehnsucht nach einem besseren, wirklichen Leben? Und ist es möglich, einfach von vorne zu beginnen, mit neuen Normen, einer neuen Sprache?
Es sind die großen Fragen, die Fiston Mwanza Mujila in seinem jüngsten Stück «Der Garten der Lüste» verhandelt, einem Auftragswerk für das Deutsche...
Ist die Zeit gerast oder stand sie still? Wann ist Zeit zu Halbwertzeit geworden, die (nicht nur nuklearen) Verfall markiert? War vor dem Anfang schon das Ende da? Diese Fragen stellt sich die göttliche Dreifaltigkeit in Miroslava Svolikovas Stück, in dem, titelgebend, Gott drei Frauen ist. Sie schauen auf die Erde, die ökologisch und mental am Ende zu sein...
