Der Traum ist aus

Wolfram Höll «Nebraska»

Die Fleischfabrik wurde geschlossen und in die Luft gesprengt. Die Autofabrik wird demnächst auch dicht gemacht. Ein Toter liegt dort. Erschossen. Ash­bury Park, New Jersey, ist ein trauriges Fleckchen Erde. Eine kleine, schmutzige Industriestadt, hätte man früher mal dazu sagen können, und es hätte beinahe nett geklungen. Jetzt gibt es nur noch den Schmutz. Und keine Industrie. Abhauen ist die einzige Option: die Reisetasche schultern, die staubige Straße entlang bis zur Bushaltestelle und dann an den Highway in Richtung ganz weit weg. Max und Mary tun genau das.

Mit Sehnsucht im Herzen, dem Horizont im Blick, den Traum vom besseren Leben, von Freiheit, Glück und Erfolg im Sinn.

«Wir zwei 
wir sind geboren um zu rennen 
um fortzugehen»

Natürlich ist das Auto, das sie mitnimmt, ein schwarzer Cadillac. «Lang und schwarz mit Flossenheck», und der, der es fährt, ein schräger Typ mit Knarre im Handschuhfach und mit seltsamen Sprüchen auf den Lippen. Irgendwann wird er zudringlich zu Mary, Max’ Gitarre landet krachend auf seinem Schädel und er blutig im Straßengraben. Max und Mary haben den Cadil-lac für sich. Der Asphalt leuchtet in der Sonne, der Horizont flimmert, das Autoradio ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 145
von Simone Sterr