Der toxische Mensch
Die Menschheit ist schon eine unangenehme Spezies. Sie ist besserwisserisch, sie ist brutal, sie ist rechthaberisch, sie agiert ohne jedes Mitgefühl. Man muss sich nur einmal Donald Trump anschauen, Putin, Le Pen, man denke an die Super -reichen, die abgekoppelt von der Realität ihre Milliarden mehren, man denke an die nicht ganz so Reichen, die bereit sind, für den Erhalt des eigenen, kleinen Wohlstands Umweltschutz wie sozialen Zusammenhalt zum Abschuss freizugeben. Und so wie diese Menschheit die Weltpolitik prägt, bildet sie sich auch im Theater ab.
Ebenso in der Auswahl des diesjährigen Theatertreffens.
Ein Beispiel für solche Egomanen mit Neigung zu Brutalität und gnadenloser Durchsetzung eigener Interessen: Florent-Claude Labrouste. Der arbeitet freudlos, aber gutbezahlt im Landwirtschaftsministerium und behandelt seine Depressionen mit dem Hormon Serotonin, was zum Absterben der Libido führt, weswegen er seine Erotomanie in eine fiese Welt- und Menschenverachtung transformiert. «Serotonin», als Roman 2019 erschienen, ist ein typi -scher Michel-Houellebecq-Text: misogyn, larmoyant, rassistisch, homophob. Und dabei das erschreckend genaue Porträt eines weißen, ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Best of, Seite 34
von Falk Schreiber
Zwei Ertrinkende, die sich aneinander klammern: Alexandra (Katharina Linder) und Chance (Arash Nayebbandi). Sie, die gealterte Filmikone, die ihre Angst vor Bedeutungsverlust mit Alkohol und Sex zu betäuben sucht, er, ein Hallodri und gut aussehender Taugenichts. Zu Beginn von Max Lindemanns Inszenierung von Tennessee Williams’ Klassiker «Süßer Vogel Jugend» von...
et in arcadia ego
0. der traum
du wachst auf in der nacht weißt nicht genau warum das kind denkst du hat es geschrien du versuchst die traumreste von der wirklichkeit zu ziehen wie klebrige schutzfolie hast du das geträumt oder hat es geweint du schaust auf die uhr es ist 0252 besser nachschauen denkst du dir better safe than sorry der hund hat nichts gesagt müsste...
Finde den Fehler: Vater tötet Tochter, Ehefrau tötet ihn, Sohn tötet sie und dann, bei 2:1, soll Schluss sein mit der Gewalt – im Namen der Demokratie. Hier, an der Frage Versöhnung versus Gerechtigkeit, setzt die Kölner «Orestie» der australischen Regis -seurin Adena Jacobs an. Zwar flankieren zwei Gerichtsbänke die schwarzgraue, fel -sige Bühne von Eugyeene Teh....
