Der toxische Mensch

Das Theatertreffen 2026 ist geprägt von einer pessimistischen Weltsicht. Zumindest fast. Ein Rundgang

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Die Menschheit ist schon eine unangenehme Spezies. Sie ist besserwisserisch, sie ist brutal, sie ist rechthaberisch, sie agiert ohne jedes Mitgefühl. Man muss sich nur einmal Donald Trump anschauen, Putin, Le Pen, man denke an die Super -reichen, die abgekoppelt von der Realität ihre Milliarden mehren, man denke an die nicht ganz so Reichen, die bereit sind, für den Erhalt des eigenen, kleinen Wohlstands Umweltschutz wie sozialen Zusammenhalt zum Abschuss freizugeben. Und so wie diese Menschheit die Weltpolitik prägt, bildet sie sich auch im Theater ab.

Ebenso in der Auswahl des diesjährigen Theatertreffens.

Ein Beispiel für solche Egomanen mit Neigung zu Brutalität und gnadenloser Durchsetzung eigener Interessen: Florent-Claude Labrouste. Der arbeitet freudlos, aber gutbezahlt im Landwirtschaftsministerium und behandelt seine Depressionen mit dem Hormon Serotonin, was zum Absterben der Libido führt, weswegen er seine Erotomanie in eine fiese Welt- und Menschenverachtung transformiert. «Serotonin», als Roman 2019 erschienen, ist ein typi -scher Michel-Houellebecq-Text: misogyn, larmoyant, rassistisch, homophob. Und dabei das erschreckend genaue Porträt eines weißen, ...

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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Best of, Seite 34
von Falk Schreiber

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