Der Tod, die Welt und mehr

Neue Stücke in München und Berlin: Nora Abdel-Maksouds «Doping» und Elfriede Jelineks «Asche» an den Kammerspielen, Alexander Eisenachs «Mosi – The Bavarian Dream» am Residenztheater und eine «RCE»-Timeline von Kay Voges nach Sibylle Berg am Berliner Ensemble

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Der Sylter FDP-Abgeordnete Lütje Wesel hat ein kleines Problem. Er ist zwar ein begnadeter Wahlkampfredner, unverzichtbar für seine Partei im gerade heißlaufenden Kommunalwahlendspurt, denn er kann die Leistungsträger-Sprüche seiner Partei herbeten, dass man fast noch dran glauben könnte. Aber – er ist inkontinent. Wie bei vielen Spitzenkräften legt sich der Körper quer zum Highperformer. Besonders am rhetorischen Höhepunkt seiner Rede läuft die Blase leer.

Vincent Redetzki, eben noch stahlharte Wahlkampfparole im Maßgeschneiderten mit klobiger Markenuhr am Handgelenk, zeigt unmittelbare Wirkung: Er sinkt am Stück zur Seite.

Damit beginnt Nora Abdel-Maksouds «Doping» (der Stückabdruck liegt diesem Heft bei), eine schnell hochdrehende Komödie ums Leistungsprinzip und seine Folgen, späte Wiedergeburt jener Screwball-Hollywood-Filmkomödien aus den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen sich bei rasantem Dialogtempo immer wilder verschraubende Plots über finanziell meist unabhängiges Personal zur Zeit der Weltwirtschaftskrise hermachen. Man denke an «Leoparden küsst man nicht». Das klappt auch heute wieder ganz prima.

Nur zur notdürftigen ...

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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 6
von Franz Wille

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