Wasserleichen
Zum Schluss steht er in einer dreckigen, gelb schimmernden, post-apokalyptischen Trümmerlandschaft. Der Badearzt Dr. Stockmann (Bernd Hölscher) stapft ganz alleine durch das giftige dunkle Wasser und kriecht schließlich wie ein Stück Sondermüll unter eine der in der Brühe treibenden Wasserkisten. Seine Familie ist da längst nur noch eine Erinnerung. Ganz hinten stehen sie schweigend vor der Zerstörung, die der Ehemann und Vater entfacht hat.
Dabei hatte doch alles so vielversprechend angefangen.
Wie ein Documenta-Kunstwerk erstrahlt in der Inszenierung von Markus Dietz die neue Kasseler Wasserwelt im Schauspielhaus. Bläulich schimmert die riesige Wasserfläche, die die ganze Bühne bedeckt. Dazwischen stehen Kisten mit bereits abgefülltem frischen Quellwasser, an den Wänden reihen sich die Flaschen bis unter die Decke hoch. Auf einer Leinwand, die immer mal wieder in die Installation hinabgelassen wird, schwimmt bedeutungsschwanger eine Frau mit einem Fischschwanz durch ein riesiges Schwimmbecken. Wie unter der Wasseroberfläche fühlen wir uns, wenn dann auch noch das Licht ganz magisch durch die aufgereihten Wasserkästen schimmert.
Vergnügt baden und sielen sich hier Stockmanns ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Alexander Kohlmann
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