Der Preis des Todes
Dena hat sich ein interessantes Geschäftsmodell aufgebaut. Die Journalistin ist zwar ein typischer Fall von Klassismus-Opfer – Postmigrantin, unterbezahlt, keine Aussicht auf eine ordentliche Erbschaft –, möchte aber trotzdem ordentlich verdienen. Jemand wie sie weiß, dass Geld auch Freiheit bedeutet.
Deshalb verreißt sie mit Wucht und Wonne alle klassismuskritischen Bücher, wettert in Talkshows gegen Identitätspolitik und angeblichen linken Faschismus, hat angeblich sogar Moralikone Carolin Emcke schon einmal öffentlich in den Schoß gekotzt und wird wegen ihrer Herkunft als besonders glaubwürdige Anklägerin fürstlich entlohnt. Und weil sie also hart und gewissenlos für ihr Geld arbeiten muss, geht sie entsprechend sparsam damit um, zum Beispiel gegenüber ausgebeuteten Dienstleistern wie Lieferando-Fahrern. Eigentlich logisch, oder?
Pech nur, dass einer von ihnen, Davide, vor ihren Augen an einem Herzanfall stirbt, während Dena noch denkt, sein Gekeuche sei ein besonders ausgefuchster Trinkgeld-Trick. Von da an nimmt ihre Geschichte einen Lauf, der mit zick-zack mächtig untertrieben wäre. Er führt jedenfalls über ein Billigbestattungsunternehmer-Geschwisterpaar, eine ...
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Theater heute 6 2022
Rubrik: Das Stück, Seite 42
von Franz Wille
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