Der Mörder in mir
Manchmal träumt man ja auch im Theater davon, festgenagelt auf seinem Platz in der siebten Reihe: ganz nach vorne zu rücken, den Schauspielern auf die Pelle; aus nächster Nähe in diese Gesichter zu gucken, statt immerzu die mittelnahe Totale auf ihre Zeichen befragen zu müssen. Die Kamera zu sein, die sich heranzoomen kann an zuckende Lider, flattrige Hände, das kurze Schniefen und den langen Blick.
Ein Unique Selling Point des Films, wie gemacht vor allem für die Verhörsituation: zwei Leute, ein Tisch dazwischen und all das, was verborgen bleiben soll und sich doch im Gesicht offenbart. So funktionierte 1995 Romuald Karmakars «Der Totmacher», in dem Götz George zwei Stunden lang nach den originalen Verhörakten aus den 20er Jahren dem Serienmörder Fritz Haarmann seine bemerkenswerte Präsenz verlieh.
Dieses Vorbild muss auch Jan Fehse für seinen Film «Jasmin» vorgeschwebt haben. «Jasmin» ist allerdings kein «Reenactment», wie man Karmakars Film heute vermutlich labeln würde, sondern ein Kammerspiel nach einem Drehbuch von Christian Lyra, das nach Recherchen verschiedener realer Fälle von Kindstötung frei zusammenmontiert wurde. In einem grau-fahlen Raum in einer psychiatrischen ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Magazin: Kino, Seite 68
von Barbara Burckhardt
Aachen, Theater
1. Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Markus Kopf
Aalen, Theater der Stadt
15. Erpulat/Hillje, Verrücktes Blut
R. Marguerite Windblut
16. Jarry, König Ubu
R. Nikolaos Boitsos
Anklam, Vorpommersche Landesbühne
30. Bordel, Vineta – die Hexenwetter
R. Wolfgang Bordel (in Zinnowitz)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
30. O’Brien, The Rocky Horror Show
R. Ingolf...
Franz Wille Auf einmal ging es ganz schnell. Nachdem bereits zugesagte Mittel für einen lange geplanten zentralen Neubau der Ernst-Busch-Schule von der Berliner SPD erst überraschend gestrichen wurden, stehen nun plötzlich doch 33 Millionen Euro bereit. Wie ist das plötzliche Einlenken der SPD-Fraktion zu erklären?
Wolfgang Engler Das Umschwenken der SPD vollzog...
How does it feel, when life doesn’t seem real»: Wie fühlst du dich, wenn das Leben nicht echt scheint? Das singt Graham Nash 1971, zwei Jahre nach Woodstock und ein Jahr nach der ersten Auflösung der Folk-Supergruppe Crosby, Stills, Nash and Young. Nash, einziger Europäer des Quartetts, weiß, was gegen Gefühle der Entfremdung zu tun ist. Wie man sich schützt vor...
