Gewonnen
Franz Wille Auf einmal ging es ganz schnell. Nachdem bereits zugesagte Mittel für einen lange geplanten zentralen Neubau der Ernst-Busch-Schule von der Berliner SPD erst überraschend gestrichen wurden, stehen nun plötzlich doch 33 Millionen Euro bereit. Wie ist das plötzliche Einlenken der SPD-Fraktion zu erklären?
Wolfgang Engler Das Umschwenken der SPD vollzog sich nach meinem Eindruck binnen weniger Stunden. Für den Vormittag des 10. Mai war ein Treffen unserer Schule mit der Fraktionsspitze der SPD-Abgeordnetenhausfraktion vereinbart.
Ich ging Tags zuvor in der Erwartung schlafen, dass wir dort vor ein Ultimatum gestellt werden: Entweder ihr akzeptiert, mit weit weniger Geld als der ursprünglich geplanten Investitionssumme vom 33 Mio. Euro und an einem noch unbestimmten Ort zu bauen, oder ihr seid raus. Statt dessen präsentierte man uns nach kurzer Unterredung den Entwurf einer Vereinbarung, der die 33 Mio. Euro neuerlich mit der Option festschrieb, das Geld dort zu verbauen, wo wir seit Jahren hinwollen, in den ehemaligen Opernwerkstätten in Berlin-Mitte. Dem haben wir natürlich zugestimmt, so verblüfft, wie wir waren.
Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der neue Flughafen ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Mäandernd durch Wirklichkeit und Einbildung, Wachträume und geborgte Erinnerungen erzählt Peter Handke in «Immer noch Sturm» vor allem vom Durchhalten, von dem Willen, sich mit Gefühl und Gehirn gegen das Vergessen, die Auslöschung, gegen den Ausverkauf der Identität zu wehren. Den Spuren seiner eigenen Familie nachforschend, lässt er seine Figuren straucheln,...
Dass das Verhältnis von Elfriede Jelinek zu Österreich gestört ist, hat noch nicht unbedingt etwas zu sagen. Es gibt wahrscheinlich keinen Staat auf der Welt, zu dem diese Autorin kein gestörtes Verhältnis hätte. Aber da Jelinek nun einmal hier geboren ist, arbeitet sie sich in ihren Texten eben an Vergangenheit und Gegenwart von Österreich ab. Stoff gibt es ja...
Als im Sommer 2009 das Foto eines erstaunlich gut erhaltenen Bugatti Brescia Typ 22 Roadster, Baujahr 1925, um die Welt ging, setzte das die Fantasie in Gang. Dass da eines der schönsten Automobile, die jemals gebaut worden waren, über siebzig Jahre lang auf dem Grund des Lago Maggiore gelegen hatte, konserviert von den Schichten aus Schlamm und Schlick wie die...
