Der lange Weg in die Allyship

Die Auseinandersetzungen, die sich um die Vorwürfe von Ron Iyamu entzündet haben, zeigen, dass die Aufarbeitung von Rassismus gerne auch von den Opfern erwartet wird: ein offener Bericht aus dem Diskursgestrüpp

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Ron Iyamu antwortet nicht mehr. Obwohl er als einer der ersten auf meine Interview-Anfrage zum Thema «Rassismus am Düsseldorfer Schauspielhaus» reagierte, einem Spaziergang zustimmte. Zur Terminabstimmung kommt es aber nicht. Nichts im Spam-Ordner, keine Reaktion auf Insta-Anfragen, keine auf rund fünf E-Mails. Auf seinen Social-Media-Kanälen herrscht seit vier Wochen Stille, am Jungen Schauspiel Düsseldorf, wo Ron Iyamu Ensemblemitglied ist, ist er krankgeschrieben.

In seiner 37-seitigen Diplomarbeit hat er dargelegt, wie er es nicht mehr schafft, innerhalb seines Berufs aus den rassistischen Zuschreibungen auszubrechen, keine  Sicherheit für künstlerische Arbeit mehr empfindet: «(…) Ich habe das spielen müssen, was in meine Hautfarbe reininterpretiert wurde. Solange, dass ich mich heute selbst nicht mehr fähig sehe, etwas anderes zu spielen.» Ich hätte Ron Iyamu gern gefragt, ob er deshalb auch aus der Rolle des Interviewten aussteigen möchte, hätte auch jede Absage respektiert. Aber reines Schweigen? 

Ich hätte ihn auch gerne zu seiner 2020 eingereichten Diplomarbeit, seinen Interviews mit der «Rheinischen Post» und dem «WDR», seinen Instagram-Posts gefragt: Wie viel Rassismus ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Rassismusdebatte, Seite 18
von Dorothea Marcus

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