Der lange Weg in die Allyship
Ron Iyamu antwortet nicht mehr. Obwohl er als einer der ersten auf meine Interview-Anfrage zum Thema «Rassismus am Düsseldorfer Schauspielhaus» reagierte, einem Spaziergang zustimmte. Zur Terminabstimmung kommt es aber nicht. Nichts im Spam-Ordner, keine Reaktion auf Insta-Anfragen, keine auf rund fünf E-Mails. Auf seinen Social-Media-Kanälen herrscht seit vier Wochen Stille, am Jungen Schauspiel Düsseldorf, wo Ron Iyamu Ensemblemitglied ist, ist er krankgeschrieben.
In seiner 37-seitigen Diplomarbeit hat er dargelegt, wie er es nicht mehr schafft, innerhalb seines Berufs aus den rassistischen Zuschreibungen auszubrechen, keine Sicherheit für künstlerische Arbeit mehr empfindet: «(…) Ich habe das spielen müssen, was in meine Hautfarbe reininterpretiert wurde. Solange, dass ich mich heute selbst nicht mehr fähig sehe, etwas anderes zu spielen.» Ich hätte Ron Iyamu gern gefragt, ob er deshalb auch aus der Rolle des Interviewten aussteigen möchte, hätte auch jede Absage respektiert. Aber reines Schweigen?
Ich hätte ihn auch gerne zu seiner 2020 eingereichten Diplomarbeit, seinen Interviews mit der «Rheinischen Post» und dem «WDR», seinen Instagram-Posts gefragt: Wie viel Rassismus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2021
Rubrik: Rassismusdebatte, Seite 18
von Dorothea Marcus
Dorion Weickmann Wer kann jetzt welche bühnentechnischen Neustart-Mittel beantragen?
Wesko Rohde Das Programm ist hauptsächlich für Privattheater gedacht, davon gibt es schätzungsweise tausend in Deutschland. Rund 600 Förderungen haben wir beim ersten Mal vergeben. Gefördert wird jede pandemiebedingte Investition: vom Desinfektionsmittel über kontaktloses...
Stephen Parker, der englische Literaturkritiker und kürzlich emeritierte Germanist an der Cardiff University, Verfasser einer kompetenten und gut lesbaren, 2018 auch in deutscher Übersetzung erschienenen Brecht-Biografie, hat jetzt im Wallstein Verlag das auf Französisch in Kalifornien verfasste so genannte «Journal amoureux» von Friedrich Wilhelm Wedekind...
«Jetzt ist schon wieder was passiert» – mit diesem mürrischen Satz leitet Wolf Haas seine Krimis ein, in denen ein in seiner Gemütlichkeit unfein gestörter Kommissar Brenner den blutigsten Verbrechen nachforscht. Brenner, schon der Name ist ein Witz, recherchiert mit einer Mischung aus Milieunähe, Faulheit und irgendwann dann doch noch einsetzender professioneller...
