Der Damm ist gebrochen

#MeToo ist auch im polnischen Theater und den dortigen Hochschulen angekommen: Eine Vielzahl von Fällen bringt die Institutionen unter Reformdruck

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Als das Corona-Virus im März 2020 das kulturelle Leben in Polen nahezu lahmlegte, sahen sich die Theater nicht nur mit der Herausforderung ihres ökonomischen Überlebens konfrontiert, sondern sie mussten sich auch einer anderen Krise stellen, die bereits vier Monate zuvor ihren Anfang genommen hatte. Der Auslöser war das Bekanntwerden einer Reihe von übergriffigen Vorfällen an institutionellen Theatern und Kunsthochschulen.

Gut ein Jahr später legt eine große Anzahl an skandalösen Enthüllungen nahe, dass die Handlungen einiger Intendanten und Theatermanager, aber auch von Kunsthochschulprofessor*innen geradezu systemischen Charakter haben. Allem Anschein nach wird sich das polnische Theater in naher Zukunft auf grundlegende Veränderungen einstellen müssen, ähnlich wie in anderen Ländern, in denen die 2017 ausgelöste #MeToo-Bewegung die soziale Wirklichkeit veränderte. 

In Polen begann die #MeToo-Bewegung am 9. November 2019, als neun Mitarbeiterinnen des Krakauer Bagatela-Theaters in den Medien dem langjährigen Direktor Henryk Jacek S. sexuelle Belästigung und Mobbing vorwarfen. Zwei Monate nach Beendigung des Ermittlungsverfahrens stellte die Staatsanwaltschaft Henryk Jacek S., ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: International, Seite 22
von Aneta Głowacka und Zbigniew Feliszewski

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