Der Kompass zittert
Irgendwann während der Lektüre von Roland Schimmelpfennigs erstem Roman «An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts» werden einem mit Sicherheit Titel früherer Theaterstücke des Autors einfallen: «Aus den Städten in die Wälder, aus den Wäldern in die Sädte» etwa; dann vielleicht «Für eine bessere Welt» oder «Die vier Himmelsrichtungen», «Ende und Anfang» oder «Das Reich der Tiere».
Mit all diesen Titeln lässt sich der irdische Kosmos abstecken, in dem sich dieser Roman ereignet, und wir begegnen solchen Figuren wieder, wie wir sie von der Bühne kennen. Es ist der Ort gleich nebenan, den man übersieht und an dem sich Weltstürzendes im banalen Alltag der Menschen ereignet; es sind diese Menschen, an denen wir vorübergehen, unerkannt und uninteressiert, mit und in denen jedoch im selben Moment eine ungeheuere Veränderung stattfindet: Das Leben gerät aus den Fugen, der vertraute Boden unter den Füßen beginnt zu schwanken.
Tatsächlich führt Schimmelpfennig seine Helden von den Rändern der Stadt hinein nach Berlin und immer wieder zurück, in alle Richtungen, die der zitternde Kompass anzeigt; diese Frauen und Männer, die sich an Wünschen festklammern, ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Bernd Noack
Was Heiner Müllers «Horatier» gerade heute zum Terrorismus zu sagen hat
Der namenlose Kämpfer stößt dem verwundeten Gegner, der am Boden liegt und «mit schwindender Stimme» um Schonung bittet, «sein Schwert in den Hals, daß das Blut auf die Erde» fällt, er wirft sich das blutige Schlachtkleid des Getöteten über die Schulter, steckt sich dessen Waffe in den Gürtel...
Aachen, Grenzlandtheater
11. Zeller, Die Lüge
R. Jens Pesel
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9. Melle, Partner (U)
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18. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
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19. nach Lenz, Deutschstunde
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Altenburg/Gera, TPT
11. Paschinger/Stengele, Das zweischneidige Schwert (U)
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13. Kästner, Geschichte eines Moralisten
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Für einen Theaterabend, der auf Schuberts «Winterreise» basierte, filmte der Theater- und Filmregisseur Kornél Mundruczo im Herbst 2013 sechs Tage lang im ungarischen Flüchtlingslager Bicske. Er bat die Geflüchteten – Menschen aus Afghanistan und Syrien –, auf eine neutrale, unemotionale Art und Weise ihre täglichen Routinen nachzustellen: Schlafen, Essen, Trinken,...
