Der kleine Vampir

No belief, no history: So beschreibt Englands lebender Klassiker Mark Ravenhill das politische Klima der Zeit. Ein Gespräch über Kunst, Krankheit und natürlich sein neues Stück «pool (no water)»

Theater heute - Logo

Patricia Benecke«pool (no water)» kam gerade in Zürich zur deutschsprachigen Erstaufführung. Uraufgeführt wurde es aber von der britischen Thea­ter­truppe Frantic Assembly. Wie kam es zu dem Stück?

Mark RavenhillEs war eine Auftragsarbeit für Frantic Assembly. Wir haben uns über die Jahre kennen­gelernt und fingen irgendwann an, über ein gemein­sames Projekt zu sprechen und worum es in dem Stück gehen könne.

Frantic, die sehr bewegungs- und tanzorientiert arbeiten, zeigten mir einen Bildband der Fotografin Nan Goldin, deren Bilder sie schon oft bei der Arbeit inspiriert haben. Mir fiel besonders eine Bilderserie ins Auge, in der sie ihre eigene Genesung dokumentierte, nachdem sie in einen Pool ohne Wasser gefallen war. Das war der Ausgangspunkt, von dem aus ich anfing zu schreiben. Das Stück hat in Zusammenarbeit mit Frantic Assembly zu seiner endgültigen Form gefunden: Wir testeten die erste Fassung eine Woche lang mit Schauspielern in einem Work­shop im National Theatre Studio, worauf ich den Text nochmal überarbeitete, und auch in den Proben habe ich viel um- und neugeschrieben. Ich wollte sehen, was ich von einer Gruppe, die stärker als jede andere in England mit Bewegung und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2007
Rubrik: Das Stück, Seite 48
von Patricia Benecke

Vergriffen
Weitere Beiträge
Notizen

Prix Olympic

Nein, da irrt Peter Zadek. Nachdem er nicht zur Verleihung des «Europäischen Theater­preises» nach Thessaloniki ge­kommen war, wurde ihm das Preisgeld von respektablen 30.000 Euro schlicht gestrichen. Die an­wesenden Gremien-Granden der «Interna­tio­nalen Vereinigung der Theaterkritiker», angeführt von Georges Banu, wollten es so. Zadek teilte...

Entgleisung und Verzweiflung

Einmal eine grünlich vermoderte und wasserunterspülte Bretter-Bruchbude als nach allen Seiten vernagelte Familiengruft, einmal eine piccobello furnierte Wohn-Esszimmer-Kombina­tion mit offener Terrasse in Cinema­scope-Breitformat. Einmal zeitlos stilisierte Familienaufstellung, einmal psychologischer Realismus im 40er-Jahre-Ambiente. Einmal choreografiert...

Immer schön vorwärts leben

Das Leben als Ganzes – ein Thema für das Kabarett. Wer fühlt sich heu­te schon frei, heil und ganz? Stückwerke sind wir, Fragmente, bestenfalls noch offene Systeme. Martin Heckmanns wagt es, ein ganzes Leben zu zeigen – als Komödie, als dramatisier­ten Comic-Strip mit einem ewig scheiternden Helden, dem die Identitätskonstruktion so gut gelingt wie den meisten von...