Wurzellos und frei

nach Rasha Abbas «Eine Zusammenfassung von allem, was war» im Maxim Gorki Theater Berlin

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«Imagine», flackert es über die Hinterwand der leeren schwarzen Bühne im Container des Gorki Theaters. Stell dir vor, was kaum vorstellbar ist für uns, gut verwurzelt im sicheren Zuschauerraum, stell dir Krieg vor, Flucht, Fremdheit, Wurzellosigkeit.

Das sind die Themen, die Rasha Abbas, 1984 in Damaskus geboren und seit 2014 in Deutschland lebend, in ihren 21 Kurzgeschichten «Eine Zusammenfassung von allem, was war» umkreist, verwebt, verknotet, entwirrt, auf surrealen Abwegen verfolgt, poetisch aufund mit lakonischer Komik entlädt, übersetzt von Sandra Hetzl, die auch an Sebastian Nüblings Bühnenfassung mitgearbeitet hat. 

Aber kann man überhaupt von einer «Bühnenfassung» sprechen? «Imagine», haucht eine Stimme, «a show about lone -liness, and it’s funny.» Nübling und seine Spieler:innen, Kinan und Kenda Hmeidan und Karim Daoud, die sich diesen Text gewünscht hatten und 2018 das Exil Ensemble am Gorki mitgründeten, ergänzt um die syrische Tänzerin Lujain Mustafa, wagen sich ans Unvorstellbare: den Schrecken, der um Worte ringt, in die Körper zu überführen.

Gleich in der ersten Geschichte des schmalen Bandes blättert Rasha Abbas ihr Programm der Multiperspektivität auf: Das ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Barbara Burckhardt

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