Der Gedärmeforscher
Der Gedärmeforscher Eines Sommerabends vor sechs Jahren warteten eine Freundin und ich in einer Sparkassen-Filiale am Rosenthaler Platz auf einen freien Geldautomaten. Ein Typ mit wirren grauen Haarsträhnen und sackartig ausgebeultem, speckigem Anorak hatte schon ziemlich lange auf eins der Geräte eingeredet und hilflos an ihm herumlaboriert, als er schließlich kapitulierte und auf uns zu in Richtung Ausgang schlurfte.
«Herr Gotscheff», rief ich, überrascht, dass ich ihn von hinten für einen Obdachlosen gehalten hatte, «Guten Abend!»
Wir hatten uns wenige Wochen zuvor bei einem Recherchegespräch für ein «Theater heute»-Porträt kennengelernt. Er lächelte halb scheu, halb schelmisch und auf jeden Fall gut angetrunken unter seiner silbernen Strähnentolle hervor. Ein paar Minuten später saßen wir vor dem damaligen Imbiss «International», und Gotscheff philosophierte bei einem Piccolofläschchen Weißwein freimütig über Drogen, Castorf, den «Unsinn», Kritiker zu den chronisch uneingespielten Premieren einzuladen – und über die Prostituierte, der er gerade sein letztes Bargeld gegeben habe. Ob Wahrheit oder Pose: Er genoss sichtlich unsere halb (spieß-)bürgerliche, halb feministische ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Abschied, Seite 34
von Eva Behrendt
Altenburg/Gera, TPT
6. Preußler, Der Räuber Hotzenplotz
R. Christiane Müller
11. Becker/Stengele, Ayana Rabenschwester
R. Bernhard Stengele
Anklam/Zinnowitz, Vorpommersche Landesbühne
21. Kühn, Machos auf Eis
R. Birgit Lenz
Baden-Baden, Theater
6. Durang, Vaina und Sonia und Mascha und Spike (DE)
R. Stefan Huber
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
12. Gröning/Wehmeier,...
Die Natur ist einfach, die Natur seid ihr.» Mit dieser schlichten Formel leitet das Performance-Duo united sorry in seinen Programmtext zu «the forest project» ein. Einst war der Mensch in spiritueller Harmonie mit der Natur vereint, heute tankt ein profaneres Bewusstsein nur frische Luft in den Wäldern. «Und doch sehnen wir uns manchmal nach einer urtümlicheren...
Auch über ein Jahr nach Erscheinen steht «1913», Florian Illies’ Canapésammlung des deutschen Künstlerklatsches am Vorabend des Ersten Weltkrieges, noch auf den oberen Rängen der Bestseller-Listen. Denn es ist auch zu schön: Saftig wegzulesen wie eine «Gala», frischt man dabei auch einige verblüffende zeit- und kunsthistorische
Zusammenhänge auf. Und erfährt zudem...
