Der ewige Österreicher
Dass Torberg immerhin auch dafür sorgte, dass sich der Nachruhm des wunderbar kauzigen austriakischen Dichters Fritz von Herzmanovsky-Orlando bei einem breiteren Publikum entfalten konnte, nahmen die wenigen Kenner von dessen Werken ihm eher übel – weil er sie sprachlich geglättet, mehr ins Witzige eines einverständlichen Humors transkribiert hatte.
Der bedeutende Schriftsteller, tiefgründige Humorist und oft abgründig kluge Kritiker Friedrich Torberg verschwand zu Lebzeiten fast hinter dem fragwürdigen und längst verwelkten Erfolg seiner für die Kasse, schnellen Applaus und Pressewirbel sorgenden Nebenarbeiten.
Zum 100. Geburtstag Torbergs erschien nun im Verlag Langen Müller eine lesenswerte Biografie von David Axmann, der sich seit einigen Jahren schon mit einer Reihe von posthumen Editionen als Kenner der Lebens- und Werkgeschichte des jüdisch-österreichischen Autors ausweisen konnte. Axmann entwirft ein komplexes, von Widersprüchen und kuriosen Ungereimtheiten nicht gereinigtes informatives Autorenporträt, und er rückt das dichterische und das kritische Schaffen Torbergs in aufschlussreiche biografische sowie zeitgeschichtliche Zusammenhänge.
Axmann skizziert sehr ...
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Zwei junge Männer lagern auf einer Matratze. Starren und schweigen den Bühnenhimmel an, und von dort oben glotzt zurück das Nirgendwo, das den in Sinnfragen mutwillig unbehausten Helden Meursault in Albert Camus’ Kurzroman «Der Fremde» erst umhüllt, und dann genüsslich erdrosselt. Zwei junge Männer also, und da springt der eine auf, feixt und flucht, ein Dutzend...
Eine überdurchschnittliche Disposition zum Wahnsinn ist dem Monarchen Lear in Dresden eigentlich nicht anzumerken. Dieter Mann, der am dortigen Staatsschauspiel bereits gastweise als Senior-Feldherr Wallenstein und als altersweiser Religionslehrmeister Nathan aufgetreten war, wirkt bei der anfänglichen Reichsaufteilung unter seinen drei Töchtern eher wie ein...
In knapp viereinhalb Minuten ist eine harmlose Freizeitaktivität in etwas Unbegreifliches umgeschlagen, und, so viel sei hier verraten, auch in den restlichen 78 Minuten wird der Zuschauer nichts Weiteres über die Beweggründe dieser seltsamen Tat erfahren.Wüsste man es nicht, man würde gewiss nicht vermuten, dass dieser still forschende, beinahe dokumentarisch...
