Liebe und Nachbarschaft
Es war einmal die Paradedisziplin von Botho Strauß: Paare in ihren nicht mehr ganz frischen Jahren, anmutig überkreuz oder nebeneinander verzwirbelt im Beziehungsdickicht der bundesdeutschen Achtziger. Saturierte Selbstbeobachter schlugen ihre vielfach gebrochenen Spiegelkabinette auf, sorgsam arrangiert vor tragisch mythischen Abgründen. Die Stücke entfalteten kalkulierte Undurchschaubarkeit wie jeder Bauchnabel, der bei längerer Betrachtung einen schwindelnden Ichwirbel auslöst.
Das Genre galt irrtümlich als ausgereizt.
Denn Lutz Hübner hat erneut einige mittelalte, mittelwohlständige Ehepaare aus dem mittleren deutschen Irgendwo auf die Gegenfahrbahn ihrer Alltagsexistenz geschickt. Die kollisions-gefährdeten «Geisterfahrer» bewohnen eine komfortable Dreiparteien-Gemeinschaftswohnanlage und entfalten nachbarschaftlichen Kontakt, genauer: Die beiden alteingesessenen Paare nehmen ein neu dazu gezogenes in ihre grausam herzliche Umarmung.
Dabei durchläuft das Zwischenmenschliche verschiedene katastrophale Phasen des Kennenlernens. Vom verspannt freundlichen Beschnuppern zu mehr oder weniger freundschaftlichen Offenbarungen, die beim jeweiligen Mitmenschen lange festsitzende Probleme ...
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Vielleicht zur Abwechslung mal wieder ein gutes Buch lesen? Oder ein Abend im Theater?
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Schreib aber hin, dass ich ein seriöser Autor bin», ermahnt mich Felicia Zeller am Ende unseres Gesprächs, laut lachend: «Schreib nicht hin, macht nur Witze und lacht, das kann ich nicht ausstehen. Oft ist ja das Niveau sehr niedrig, beim Journalisten. Da stehen dann so Sachen drin, welche Farbe die Brille hat und welche Witze ich mach, wenn denn der Witz...
