Der Apparat sendet weiter
1923 in Berlin, auf dem Dach der Schallplattenfirma Vox in der Potsdamer Straße, wird der erste Sender für den Unterhaltungsrundfunk eingerichtet. Was das neue Medium beinhalten soll, ist noch ebenso offen wie die Frage, wer es beherrschen wird. Aber wohl nicht ganz zufällig geht es buchstäblich auf den Schultern des akustischen Massenmediums los, das den Rundfunk zunächst als Konkurrenz erlebt. Und auch der Zeitpunkt ist ein besonderer: Hyperinflation begünstigt die Radikalisierung rechter und linker Gruppierungen, während in den Varietés wie wild getanzt wird.
Der expressionistische Dramatiker Arnolt Bronnen, der kurz zuvor mit seinem «Vatermord» einen Skandalerfolg auf die Bühne gebracht hat, gehört praktisch zu den Programmmachern der ersten Jahre. Er entwickelt Hörspielbearbeitungen von Klassikern, wie einen neunzigminütigen «Wallenstein», den der Regisseur dann mit Schauspielern vom Gendarmenmarkt in ihren Bühnenkostümen vor den Mikros aufführen lässt, mit halben Kokosnüssen für den Pferdegalopp. Doch Bronnen nimmt auch wahr, wie der Rundfunk zur politischen Einflussnahme begehrt ist, als marktförmige Berieselung interessiert oder eben als «Kultur-Träger konfirmiert» werden ...
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Irgendwo im weiten Land, mitten in der Steppe: Mirja und ihr gehbehinderter Mann Sascha leben auf einem schwer zu bewirtschaftenden Bauernhof und sind seit langer, vielleicht allzu langer Zeit ein Paar. Ihr Nachbar Palle ist ein Intellektueller auf Rückzug, der glaubt, ein Buch schreiben zu müssen. Eines über die Einsamkeit, die selbst gewählte natürlich, denn aus...
Talente 1
Das Internationale Forum des Berliner Theatertreffens vom 8. bis 21. Mai sucht auch 2007 «professionelle TheatermacherInnen, die künstlerisch im Bereich Schauspiel arbeiten (bis 35 Jahre)». Geboten wird ein Theatertreffen-Komplettpaket mit Theaterkarten, Unterkunft, Reisekosten und Tagegeld sowie vier Workshops unter dem Motto «Das politische Theater»....
Mit diesem bürgerlichen Trauerspiel ist es eine komplizierte Sache. Seit Fritz Kortners vielgerühmter Inszenierung von 1970 gilt es als ausgemacht, dass Galottis Tochter den Prinzen von Guastalla «liebt», in ihn verknallt ist oder wie immer wir dieses eigentümliche Nervenspektakel einer widersinnigen Anziehung nennen wollen.
Das macht allerdings weder die Deutung...
