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Zehn Jahre zuhause herumsitzen und auf den Mann warten, ist kein Vergnügen. Vor allem, wenn der gerade damit beschäftigt ist, fremde Städte zu plündern, und mit kriegsgefangenen Fürstentöchtern herummacht. Obendrein auf dem Weg dorthin die eigene Tochter aufgeschlitzt hat, damit der Fahrtwind wieder an Schwung gewinnt. Constanze Beckers Klytaimnestra hockt...
Angefangen hat alles zu jener Zeit, da Schweizer Mädchen klassischerweise Au-Pairs werden und Jungs in die Rekrutenschule gehen und allgemein der erste Ernst des Lebens geprobt wird. Oder dessen Leichtigkeit. Nach dem Abitur entschloss sich Reto Finger nämlich, gemeinsam mit einem Heidelberger Freund Theater zu machen. Und zwar alles. Er schrieb, spielte – und...
Welch Schauspiel, aber ach – kein Schauspiel, nein. Ein undurchdringlich schwarzer Raum öffnet sich vor erwartungsvollem Blick. Wuchtige, gleichfalls schwarze Mauern, variabel, an den Seiten. Hier agieren sie – Dirk Glodde (Faust) und Ahmad Mesgarha (Mephistopheles) in grauem Schlabberlook, verdammt ins ewig Leere. Einziger Zufluchtsort des meditierenden Faust...
