Das Theater dreht wieder

Burkhard C. Kosminski eröffnet seine Stuttgarter Intendanz mit einer Charmeoffensive und großen Formaten: Wajdi Mouawads «Vögel», Robert Ickes «Orestie» nach Aischylos und Clemens Setz’ «Die Abweichungen»

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Burkhard C. Kosminski macht gerne Hausbesuche. Schon ein gutes Dutzend Mal war der Schauspielintendant seit Amtsantritt zu Gast bei Stuttgartern. Kosminski hört gerne zu, und er redet gerne. Jeder kann ihn einladen. Einzige Bedingungen: 8–20 Leute. Essen und Trinken. Und es wird nicht über vormalige Stuttgarter Intendanten geschimpft. 

Überhaupt wirkt der «Neue» extrem aufgeräumt, geradezu aufgekratzt. Nach dem institutionalisierten Fremdeln von Armin Petras steht nun ein Mann an der Spitze des Stuttgarter Schauspiels, der sehr viel anfangen kann mit diesen Schwaben.

Wäre ja auch komisch, wenn nicht. Schließlich ist er selbst einer und die Verpflichtung in Stuttgart – nach Jahren der Absenz zwischen New York, Düsseldorf und Mannheim – quasi ein Homecoming. Als Jugendlicher, erzählt er, sei er zu Peymann gepilgert, mit dem Moped von Pfullingen aus. Die Aufbruchsstimmung von damals, die notwendige Provokation, der Aufstand der Künstler gegen den vom NS-Richter zum Ministerpräsidenten gewordenen Filbinger haben ihn geprägt. Trotzdem plant er nicht, Peymann an sein Publikum zu lassen, wie es Petras in seiner letzten Saison gemacht hat. Bei den Altstars setzt Kosminski lieber auf Achim ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Kristin Becker

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