Neue Stücke · Aufführungen (1/2019)

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Neue Stücke

Fritz Kater, entfernt bekannt mit Armin Petras, verarbeitet am Berliner Ensemble Gesagtes und Gelebtes von Heiner Müller zu «heiner 1 – 4». René Pollesch sinniert nebenan im Deutschen Theater über «Black Maria», ein geniales Rennpferd und das erste gebaute Filmstudio anno 1893. In der Schaubühne am Lehniner Platz wiederum inszeniert Marius von Mayenburg das neue Stück seiner Dramaturgenkollegin Maja Zade «status quo» über Machtgefälle und unterdrückte Männlichkeit. In Dresden lässt Laura Naumann u.a.

fünf Frauen Notizen zum Ende des Patriarchats schreiben: «Mit freundlichen Grüßen eure Pandora». Konstantin Küspert nimmt am Schauspiel Frankfurt mit «sklaven leben» europäischen Kapitalkolonialismus ins Visier. Fünf «Österreicherinnen» versammelt Thomas Arzt in Innsbruck kurz unterhalb eines Berggipfels, bis unterschiedliche politische Meinungen die Alpen­idylle stören. Rebekka Kricheldorf fragt in «Intervention» am Staatstheater Kassel: Was tun, wenn die beste Freundin auf Abwege gerät? Am Hamburger Thalia Theater erzählt Simon Stephens die Geschichte von «Maria», einst Millenium-Baby und jetzt selbst junge Mutter. Thomas Köck verschaltet in «atlas» anhand ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Daten, Seite 64
von

Weitere Beiträge
Thomas Köck: atlas

later that night
i held an atlas in my lap
ran my fingers across the whole world
and whispered
where does it hurt?
it answered
everywhere
everywhere
everywhere


warsan shire - what they did yesterday afternoon

es setzen über oder übersetzen
eine vertragsarbeiterin, die wieder aufgetaucht ist
ihre mutter, die zurückgekehrt ist
ihre tochter, am flughafen
ein vertragsarbeiter, ein...

Frankfurt/Main: Showpferdchen und Erklärbären

Wie ein aufgekratztes Showpferd galoppiert der Hypnotiseur herein, seine schwarzgoldgestreifte Weste spannt über dem Bauch. Sie ist, wie so vieles an diesem Abend, ein Zitat: ein Verweis auf einen verlorenen Glanz. Auf den Zauber, der dem namenlosen Hypnotiseur verlorenging. Doch er steht unter Vertrag und muss also weitermachen – oder zumindest so tun als ob. Denn...

Darmstadt: Im Schleudersitz

So betulich der Abend anhebt, mit versunkenen Fachgesprächen unter Literaturkritiker*innen, so abgedreht endet er: in einem eindringlichen Schwur auf die Azteken, die einer jungen Mexikanerin mehr bedeuten als Gott und Elternhaus. Denn Roberto Bolaños tausendseitiger Monumentalroman «2666», postum 2004 erschienen, gleicht einer Geisterbahnfahrt: Im Schleudersitz...