Das Stück zur Erzählung, eine Erzählung als Stück
Die Direktion Herbert Föttingers in der Josefstadt beginnt wenig überraschend: Der Vorhang geht auf. Die Art und Weise aber, wie der Eiserne an diesem Abend geöffnet wird, hat durchaus symbolischen Charakter: Die Schauspieler selbst sind es, die den schweren Stoff mühevoll nach oben stemmen, und wenn er dann endlich in lichte Höhen entschwindet, bestaunen sie diesen an sich ganz normalen Vorgang wie ein Weltwunder. Die Botschaft scheint klar: In der Josefstadt geht ab sofort nicht mehr einfach nur der Lappen hoch. Hier wird gezaubert.
Und wenn nicht, wird zumindest hart daran gearbeitet.
Nach dem nicht einmal eine Spielzeit lang amtierenden Hans Gratzer und einem interimistischen Comeback Helmuth Lohners hat mit dem 45-jährigen Herbert Föttinger jener Mann die künstlerische Leitung übernommen, der schon vor Gratzer der erklärte Wunschkandidat des Hauses gewesen war. Der seit 1993 in der Josefstadt engagierte Schauspieler geht also mit dem wenig vorteilhaften Etikett der bequemsten Lösung an den Start. Und er versucht nach Kräften, diesen Eindruck zu verwischen. In Föttingers erstem Spielplan finden sich mit Vinterbergs «Fest» und einer Schnitzler-Inszenierung von Franz Xaver ...
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Woran liegt es, wenn es wieder einmal hakt im Hirn? Wenn sich angesichts der leeren Bühne oder des weißen Papiers alle Ideen ganz hinten im Gestrüpp der grauen Zellen versteckt zu haben scheinen? Handelt es sich in solchen Fällen tatsächlich um voll zurechnungsfähiges menschliches Versagen? Oder bloß um einen akuten Mangel an bestimmten Neurotransmittern in unserem...
Es geht los mit einer Diashow (Kinderurlaubsbilder an der Ostsee) über einem Plateau von etlichen Tischen mit Tischdecken von vor dreißig Jahren, entsprechende Musik dazu. Doch der Retro-Dreh (Ausstattung Tom Musch) hat seinen Haken. Nie weiß man in dieser Inszenierung, wo sie zeitlich verortet ist und wessen Erinnerungsimagination hier auf dem Spiel steht. «Hafen...
Die Intendantin führte aus, sie habe, nach dem Eintreffen der beunruhigenden Nachrichten und sobald ihr klar geworden war, dass sie weder Mitarbeiter noch Zuschauer ohne deren Wissen oder Zustimmung, sozusagen feldherrnartig, in die ihr behördlich avisierte Schlacht werfen dürfe, den Versuch unternommen, unter den künstlerischen und technischen Angestellten ihres...
