Das Schönste, was es gibt auf der Welt
Irgendwann am Eröffnungsabend sagte der neue Intendant, er wolle «kein hippes Theater» machen. Mit Blick auf das Mitte-Völkchen aus Kunst, Politik und Journaille, das sich währenddessen im lichtergeschmückten Garten des Maxim Gorki Theaters tummelte, zwischen zehn Premieren an sechs Spielorten hin- und herschwirrte und sich pudelwohl zu fühlen schien, klang das ziemlich kokett. Zwei Wochen und neun selbstbesichtigte Inszenierungen später scheint jedoch gewiss: Der Mann meint es ernst.
Armin Petras, 1964 geboren im Westen und sozialisiert im Osten, erprobter Autor, Regisseur, vertraut mit Provinztheatern wie Großstadtbühnen, zuletzt Oberspielleiter und Schmidtstraßenchef (Frankfurt/Main) will nichts weiter und weniger, als Berlin mit einem «Stadttheater» zu erobern.
Inmitten der hauptstädtischen Ensemblebühnen, die ihre Profile mit autokratischen Intendanten, großspurigen Manifesten oder möglichst marktwertvollen Regisseuren schärfen, ist die Devise «Stadttheater» eine drollige Ansage – auch wenn darin bereits die ehemaligen Gorki-Intendanten Bernd Wilms und Volker Hesse die wahre Bestimmung des Hauses erkannten. Anders als seine Vorgänger gilt der stadttheatergestählte Petras ...
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Es geht los mit einer Diashow (Kinderurlaubsbilder an der Ostsee) über einem Plateau von etlichen Tischen mit Tischdecken von vor dreißig Jahren, entsprechende Musik dazu. Doch der Retro-Dreh (Ausstattung Tom Musch) hat seinen Haken. Nie weiß man in dieser Inszenierung, wo sie zeitlich verortet ist und wessen Erinnerungsimagination hier auf dem Spiel steht. «Hafen...
Castorf forever
Der Vertrag von Frank Castorf als Intendant der Berliner Volksbühne wird bis 2010 verlängert. Die Entscheidung des Berliner Noch-Kultursenators Thomas Flierl sei bereits 2005 getroffen worden, hieß es. Offenbar hatte man bisher keine Zeit für die anstrengende Unterschriften-Zeremonie im Sternfoyer des Hauses, so dass man bis zur vorletzten...
Am Anfang war die Idee. Keine besonders gute, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber das konnte das Team um den neuen Basler Schauspieldirektor Elias Perrig ja kaum ahnen. Es ging darum, die Saison im Jahr eins nach dem Abschied von Lars-Ole Walburgs – und zuvor Stefan Bachmanns – ruhmreichem Ensemble zu planen. Nichts kniffliger als das. Schließlich hatte sich...
