Das Rüstzeug einer Blechseele
Es ist ein ungewöhnliches Erbe, das das protegierte «Kind aus Seide» in Leonie Ziems gleichnamigem Stück antritt: Der jungen Frau werden eine Eisdiele und ein Sexroboter vermacht.
Mithilfe jenes unverblümt sinnlichen automatischen «Milchmädchens» hält die frisch gebackene Eisverkäuferin fortan Laden und Liebesleben am Laufen, doch das Glück ihrer Trans-Species-Paarbeziehung schmilzt schneller dahin als das von beiden werbewirksam angepriesene Serranoschinken -Eis: Die eingebaute Nein-Funktion der Roboterfrau («Du hast auch für meinen freien Willen bezahlt») ermöglicht es dieser, emanzipierte Entscheidungen zu treffen und sich im Handumdrehen von ihrer Besitzerin loszusagen. Was nicht nur Anlass zur Trauerarbeit vonseiten des Verkaufsunternehmens «Electric Souls» gibt, sondern auch zum Philosophieren darüber, was der Mensch sei und was die Blechschachtel und ob Hannah Arendts Begriff des Hauses (oikos) auch ein treffendes Bild für die Liebe sein könnte. An ihrem Verlangen verzweifelnd, sinniert die verlassene Eisverkäuferin: Wie kann man sich dem Gegenüber im Warenzeitalter überhaupt noch nähern – durch Betrachtung, durch Erwerb, durch Einverleiben desselben?
Ausgehend von dieser ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 163
von Lea Aupperle
Die Ampel an der Kreuzung steht auf Rot. Ich texte in mein Smartphone: Und was, wenn die Geschichte mit einem Trigger beginnt?
Nein. Das geht auf gar keinen Fall. Meine Lektorin setzt zwei Ausrufezeichen dahinter, und ergänzt: Das triggert die Leute, die lesen dann nicht weiter.
Ich stehe am Abzweig zwischen Abwehr und Angriff. Am rechten Straßenrand stehen...
Es gibt Tage, an denen man einfach annimmt, dass alles wie gewohnt verlaufen wird. Niemand rechnet damit, dass etwas Unvorherge -sehenes passiert. Ende April machte ich mich morgens auf den Weg zum Theater, fest entschlossen, den Tag positiv zu verbringen. Ich war mir sicher, dass es noch regnen, vielleicht sogar gewittern würde – aber erst einmal schien die Sonne....
Theater heute Um gleich auf die tieferen Verbindungen zwischen Wien und Wiesbaden zu kommen: Die meisten von Ihnen kennen sich schon recht lange, oder? Stefan Bachmann und Thomas Jonigk sind seit über 30 Jahren ein Team …
Thomas Jonigk … seit 1992, glaube ich …
Beate Heine Thomas und ich kennen uns auch seit den 1990ern!
TH Hilft das bei der Arbeit, das...
