Das Leben auf dem Lande

Kathrin Vieregg «Mutter Vater Rind» (U), neues theater Halle

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Der kleine Shrimp (Franz Blumstock) läuft über die Felder mit dem Hofhund in den Regenwald. Mit Freude am Sprachspiel und kindlicher Perspektive eröffnet «Mutter Vater Rind» einen ganzen Bilderbogen vom Leben auf dem Lande, seinen Systemen, seiner Struktur. Oder vielmehr dem System Hof, der Struktur Hof und der Familie Müller, bestehend aus Vater, Mutter, Opa (väterlicherseits), dem Hofhund, den Kühen und eben Shrimp.

Die alte Generation trägt dabei Hemden aus dem Schlachthaus, rohes blutiges Fleisch ist darauf gedruckt, auch das große Fell-Flokati-Podest entpuppt sich als Fleischquader, und später wird Kinga Schmidt als Mutter noch eine unförmige Fleischform durch die Gegend wuchten.

Kostüm- und Bühnenbildnerin Konstanze Grotkopp setzt ganz auf Metzgerästhetik. Der Bühnenraum ist verhangen mit durchsichtig-milchiger Plastikfolie, dahinter lässt sich grüne Wiese erahnen, aber nicht greifen. Der Hof wiederum ist ein gerontokratisch-patriachales Ungetüm mit seiner großen Rinderhalle und dem grummelnden Opa (Till Schmidt), dem sein Sohn (Lukas Coleselli) – beide schön mit Schnurrbart – doch nichts recht machen kann und wo auch die Mutter sich vor allem an dem Alten aufreibt, während ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Torben Ibs

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