Das Grinsen der Katze
Traumtänzerisch bewegt sich der nackte Simon Werdelis über die Bühne. Es ist fast schon ein Naturereignis, wie er mit seiner expressiven Körperlichkeit naiv kokett den Rest der ebenso männlichen Besetzung um den Fingern wickelt. Daniela Löffners Dresdener «Lulu»-Inszenierung von 2023 öffnete für Werdelis noch einmal neue Seiten seines Spiels, auch weil die Produktion keine leichte war.
Sie sollte eigentlich bereits fünf Jahre vorher über die Bühne des Staatsschauspiels gehen, doch die Proben fanden coronabedingt ein frühzeitiges Ende; auch ein zweiter Versuch endete im Lockdown. So hatte er fünf Jahre Zeit, sich dieser Figur anzunähern.
«Diese Lulu hat ja gar kein Bild von sich und lebt ganz und gar im Jetzt und sagt erst einmal ja zu allem», beschreibt er seinen Zugang. «Sie ist die maximale Projektionsfläche für alle. Alle spüren diese Freiheit, aber sie lässt sich nicht festhalten.» Dass er als Mann eine Lulu spielt, war für ihn nahezu bedeutungslos. Schon im «Sommernachtstraum» (2018) hatte er bei der Regisseurin Friedrike Heller die Helena gegeben, was vielleicht auch den Ausschlag für die Besetzung in der «Lulu» gab. Da wurde er von Löffner und dem Intendanten Joachim ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Akteure, Seite 30
von Torben Ibs
Theater ist – bestenfalls – eine Kunst, Journalismus ein Informationssystem. Wie kommen beide zusammen? Kay Voges hat «Theater und Journalismus» zum Schwerpunkt seiner ersten Spielzeit in Köln gemacht. Die ersten vier Produktionen unter diesem Label zeigen, welche unterschiedlichen Mischungsverhältnisse die zwei Bestandteile eingehen können.
Noch vor dem...
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Zeitreisen sind nichts für engagierte Menschen. Die wollen immer die Welt verbessern, was per se eine gute Sache ist. Aber bitte nicht, niemals, auf gar keinen Fall in der Vergangenheit! Weil, Problem: Jede kleine Veränderung in der Timeline kann dazu führen, dass die Zeitreisende nie geboren wird und folglich kollabieren Logik, Zeit, Raum, Universum.
Nun ist...
