Trip mit Torten
Eine «psychedelische Klamotte» nennt sich der Abend «Die Ritter des Mutterkorns» am Theater Basel. Das trifft es ziemlich gut. Denn Rocko Schamonis Regie und Jörg Pohls Text haben es vorrangig auf die Komik der Ereignisse um die LSD-Erfinder und Vermarkter in Basel abgesehen. Hier, in der Stadt der Pharmaziekonzerne, synthetisierte der Chemiker Albert Hofmann zum ersten Mal LSD-25 aus dem Mutterkorn-Pilz, der sich eklig-schwarz an Roggen festsetzt.
Das setzte eine schon damals recht verworrene Geschichte in Gang, an der nicht nur die Firma Sandoz beteiligt war, sondern auch ein Haufen merkwürdiger Leute, die den Ego-Trip gut fanden und gleich auch noch die Weltrevolution ausrufen wollten und für die Bewusstseinserweiterung der 68er-Bewegung sorgten.
Basels Co-Intendant Jörg Pohl destilliert als Autor aus all dem einen locker-psychedelischen Zweistünder um den abstrusen Orden der Ritter des Mutterkorns. Dessen Mitglieder wollen die Turbovariante ihres Heilmittels, genannt LSD-1000, das der Meister gerade erfunden hat, unter die Leute bringen, aber weil sie ein zwar elitärer, aber wenig gescheiter Haufen sind, zieht stattdessen Marie Leclerc, die Haushälterin des Meisters, mit der ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Valeria Heintges
Ein junger Mann steht vorne vor der Rampe des Weimarer Nationaltheaters, läuft an ihr entlang, wirft einen prüfenden Blick in den Zuschauerraum, als müsse er sich vergewissern, dass sich das Unterfangen lohnt. Ein Blick auf den neuen Ort, wo jetzt das Wesentliche, das Theater passieren soll. Der Startsequenz von Thomas Manns «Felix Krull» wohnt viel Anfang inne....
In meinem Hotel in Wuzhen sind nicht nur an den Aufzügen, sondern manchmal auch irgendwo entlang der Korridore junge Menschen positioniert, die den Hotelgästen bei Bedarf den Weg weisen. Das mag überfürsorglich klingen, wird aber durchaus in Anspruch genommen – auch von mir. In dem gigantischen Resort-Hotel mit seinen vier Türmen und unzähligen Querverbindungen...
Dunkel mag die Welt sein, kalt rieselt der Schnee, doch beruhigend belehrt uns die warme Erzählerstimme über den Verlauf des Abends. 2,5 Stunden wird er dauern, eine Pause. In der wir Zuschauer machen können, was wir wollen! Und da rauscht auch schon der blutrote Vorhang auseinander und enthüllt das hypergrell ausgeleuchtete White Cube-Universum des Markus Öhrn....
