Das Geheimnis des Erfolgs

Philipp Löhle weiß immer noch nicht, warum seine Stücke gespielt werden. Aber das ist auch gar nicht nötig. Ein Gespräch

Theater heute - Logo

Franz Wille Philipp Löhle, zuletzt haben wir vor gut einem Jahr gesprochen. Seitdem haben Sie eine rasante Jungdramatiker-Karriere gemacht. Zwei große Stücke – «Lilly Link» und «Die Kaperer» – sind uraufgeführt worden, es gibt auch schon Nachspiele an wichtigen Bühnen wie dem Münchner Volkstheater; außerdem nennenswerte Preise, eine Nominierung zu den Mülheimer Stücken, Sie sind Hausautor am Maxim Gorki Theater geworden und waren eingeladen am Londoner New-Writing-Tempel Royal Court.

Philipp Löhle ist in kürzester Zeit zum Erfolgsmodell geworden, eine angenehme Abwechslung angesichts der notorischen Klagegesänge zur Situation neuer Dramatik. Wie ist das passiert?

Löhle Keine Ahnung, das war so nicht geplant, und man kann es auch nicht planen. Ich habe einfach nach «Genannt Gospodin» in Bochum in relativ kurzer Zeit mehrere Stücke geschrieben, für die sich mehrere Theater interessiert haben. «Die Kaperer» in Wien waren der Folgeauftrag des Berliner Stückemarkts, «Die Unsicherheit der Sachlage» in Bochum ist der Folgeauftrag des BDI-Preises. Das hält einen natürlich im Gespräch.

Wille Die Masse machts?

Löhle Oder die Arbeit machts. Ich habe viele Aufträge angenommen, bis April 2008 war ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2009
Rubrik: Akteure, Seite 44
von Franz Wille

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nicht von schlechten Eltern

Rocko Schamonis Roman «Dorfpunks» ist schon gut, aber die Theaterfassung, die Schamoni zusammen mit seinen Studio-Braun-Kumpels Heinz Strunk und Jacques Palminger geschaffen hat, ist noch besser. Denn sie fügt der humorvollen Sozialstudie über Rebellion in der Provinz noch ein paar Dimensionen hinzu. Auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg geht die...

Frau Staatsanwältin Prospero

Ein Netz aus Wogen türmt und senkt sich: Schwere See im Theater Freiburg. Am schwarzen Himmel schwebt Ariel ein. Der Luftgeist zetert, zerrt vier Schiffbrüchige aus den Wellen, befördert das Quartett mit einem Tritt an Land. Auf Prosperos von unten illuminierter Zauberinsel stranden: König Alonso von Neapel (Ullo von Peinen), sein Bruder Sebastian (Albert Friedl),...

Stein des Anstoßes

Schon lange fällt auf, dass in der aktuellen Stückeproduktion geschichtliche Zusammenhänge zumeist ausgeblendet werden und der Problemfall «Familie» in der Regel als kurzatmiges Close-up inklusive einer obligatorischen Prise Inzest verhandelt wird.

Marius von Mayenburg dagegen kümmert sich um eine die Generationen übergreifende und das Leben einer Familie...