Das Gefängnis Russland

In der Berliner Heinrich-Böll-Stiftung reenacten drei Schauspielerinnen den Moskauer Prozess gegen die Punkband Pussy Riots

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Der seit 2003 einsitzende ehemalige Oligarch Michail Chodorkowski hat es nie auf den Titel des «Spiegel» geschafft, Nadeschda Tolokonnikowa schon, im August. Unter ihrem Bild im Heft, auf dem sie die Hand zur Faust ballt, steht der schöne Satz: «Revolution kann sexy sein, wenn kirschäugig Solschenizyn im Glaskasten zitiert wird.» Nadjeschda Tolokon­ni­kowa ist laut «Spiegel», «auch wenn das womöglich sexistisch klingt, die hübscheste der drei berühmten Gefangenen von Pussy Riot».

Ja, klingt sexistisch.

Wahrscheinlich muss man trotzdem froh sein, dass Nadjeschdas hübsches Gesicht den Blick mal wieder nach Moskau lenkte, als sie mit ihren Mitstreiterinnen in der orthodoxen Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale am 21. Februar versteckt unter Sturm-Masken ein 40 Sekunden langes Punk-Gebet hinausbrüllte, das die Mutter Gottes nicht nur aufforderte, Feministin zu werden, sondern sie auch anflehte, Putin zu verjagen. Eine Woche später wurden drei Pussy Riots verhaftet, im August fand unter größter öffentlicher Aufmerksamkeit der Prozess wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» statt. Das Urteil fiel am 17. August: zwei Jahre Straflager, keine Bewährung.

Der Prozess als Lecture Performance

Dass ...

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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Magazin: Aktion, Seite 61
von Barbara Burckhardt

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