Das ewige Licht
Der Raum hat seine eigenen Bedürfnisse, er versagt und er gewährt. Bei ihrer ersten Begehung des Friedrichstadtpalasts hätten Pollesch und Hinrichs ein paar Texte fürs Kennenlernen der Akustik dabei gehabt, erzählt René Pollesch beim Telefonat: Etüden über Eskapismus oder über Elvis, wie er Joghurt kauft: «Eskapismus ist ja etwas, das man mit dem Friedrichstadtpalast verbindet: Dass man dahin geht, um die Welt zu vergessen, den Alltag, die Probleme. Damit hat sich Fabian ein wenig auf der Bühne rumgetrieben.
Aber das Wort ‹Eskapismus› wollte dieser Raum nicht hören, das war wie zu konzeptuell gedacht. Man kann auf diesen Raum nicht mit so einer Kritik antworten. Und dann hat Fabian über Elvis und über Joghurt geredet, und das Wort ‹Joghurt› hörte man.»
Wer sich auf die Spur dieses Abends «Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt» begibt (das eine Mal schreibe ich es hier aus), findet sich schnell auf Umwegen wieder, stromert über Seitenpfade, erlebt überhaupt ein sehr räumliches Denken. Es gibt ja die verbreitete Vorstellung, dass es sich bei René Pollesch um «Diskurstheater» handelt, das vor allem von der Fähigkeit des Autors definiert ist, in rauen Mengen ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Höhepunkte des Jahres, Seite 84
von Christian Rakow
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Die Frage, die ich in den letzten Wochen der Pandemie am häufigsten von befreundeten Theatermacher*innen gehört habe, war die Sinnfrage. Sie war uns sonst nicht eigen. Theatermenschen wissen meistens, was zu tun ist: Theater machen. Und oft wissen sie sogar, warum: weil Theater einen Unterschied macht. Natürlich gibt es auch in unserer Branche – wie in jeder...
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