Das Ende der Zentralperspektive
Der Titel würde auch zu einem Fantasy-Blockbuster oder einem Computerspiel passen, in dem es um archaische Gemetzel und endlose blutige Machtkämpfe geht. Doch diese «Dark Ages» gehören keinen ominösen Cyberwelten und auch keiner sagenhaften Vergangenheit an. Die dunklen Zeiten, die hier zur Debatte stehen, sind Teil unserer eigenen europäischen Realität, Gemetzel und Machtkämpfe inbegriffen, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute.
Zu deren Erforschung ist Milo Rau nach seinen Aufsehen erregenden Reenactments zu kollektiven, individuellen und staatlichen Gewalteskalationen wie «Hate Radio», «Breiviks Erklärung» bis zu den «Moskauer Prozessen» gegen Pussy Riot nun gerade dabei, ein neues theatrales Instrumentarium zu entwickeln – diesmal sogar mit vorsichtigen Anleihen aus der klassischen Dramenliteratur.
Beim Brüsseler Kunstenfestival im letzten Jahr startete die Europa-Trilogie mit «The Civil Wars» (siehe TH 1/15), das die Affinität bürgerlich sozialisierter Jugendlicher zu terroristischem Extremismus wie dem IS ins Visier nahm. Der zweite Teil, «The Dark Ages», hatte nun als Produktion des Residenztheaters in Zusammenarbeit mit Raus International Institute of Political ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Silvia Stammen
Der Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden. Keine 16.000 Einwohner auf 173 Quadratkilometern, Steuerparadies, florierender Tourismus, auskömmlich subventionierte Ökolandwirtschaft. Der Hauptort Appenzell zählt knapp 8.000 Einwohner, das ist ein Dorf, immerhin eines mit Bahnanschluss, aber ohne Hochschule, ohne Kino, ohne Theater. Hier wurde Karin Enzler 1980...
Ziemlich unverhofft» sei sie an die schöne runde Million gekommen, die sie der Theaterszene einmalig in Form eines Preises zukommen lassen will, sagt Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Sie sitzt im Bus zwischen Mülheim und Bonn, umgeben von Mitarbeitern aus ihrem Ministerium, den Organisatoren vom Theatertreffen und ein paar Journalisten. Eine...
Große Stoffe lesbar erzählen» soll das Kölner Schauspiel, sagt Intendant Stefan Bachmann. Dazu zwei Beispiele des Kölner Erzähltheaters, das mehr sein will als nur Leseförderung.
Dantes «Göttliche Komödie» ist wahrscheinlich das am häufigsten nicht zu Ende gelesene Buch der Literaturgeschichte. Der erste Teil, die Höllenfahrt des «Inferno», fasziniert alle. Danach...
